ACCEPT - BLOOD OF THE NATIONS (2010)

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Die Ankündigung wurde zwiespältig aufgenommen: ACCEPT, die Stahlschmiede aus dem bergischen Solingen, planen ihr Comeback mit Tour und neuem Album. Soweit so gut. Den Gesang sollte hierbei aber nicht Udo Dirkschneider, sondern der US-Amerikaner Mike Tornillo übernehmen. Schon kamen die ersten Fragen auf. ACCEPT ohne Udo? Kann das neue Album an die alten Klassiker anknüpfen oder wird es eher die Demontage einer Legende? Und braucht die Welt überhaupt ein neues ACCEPT-Album?

Die letzte Frage muss natürlich jeder für sich beantworten. Frage Nummer eins wurde bei den Liveauftritten der Band mit Mike Tornillo lautstark und zur Zufriedenheit aller beantwortet. Bleibt nur noch die Frage nach dem Album.

Und auch hier kann man Entwarnung geben. ACCEPT können noch immer ordentlich rocken! Songs wie der Opener „Beat The Bastards“, der Titeltrack „Blood Of The Nations“, der trotz des bescheidenen Textes zu einer Mitgröhlhymne wächst, oder die etwas schnelleren Banger „Locked And Loaded“ oder „No Shelter“ sind typische ACCEPT-Kost und sollten keinen Fan der Band kalt lassen. Und für die etwas ruhigeren Momente haben ACCEPT mit „Kill The Pain“ einen „Schmachtfetzen“ an Bord, der mit jeden Hördurchgang gewinnt. Wolf Hoffmanns gefühlvolle Gitarrenarbeit ähnelt seiner Soloscheibe 'Classical' und Mark Tornillo begeistert mit einer sehr klaren und warmen Gesangsleistung, die sein Vorgänger in dieser Form sicher nicht hinbekommen hätte.

'Blood Of The Nations' liefert über eine Stunde alle Trademarks der Band, die ihren Stil aber sehr behutsam erweitert hat. Soundmäßig konnte die Scheibe allerdings etwas mehr krachen. Andy Sneap hat zwar für einen sehr dynamischen Klang gesorgt, die Gitarren wirken mir aber streckenweise etwas zu brav.

Alles in allem ein gelungenes Comeback, das es zwar mit den All-Time-Klassikern der Band nicht aufnehmen kann, aber bei den Alben des Jahres 2010 trotzdem ganz oben mitspielen solle.