Dragonsfire (Jul. 2006)
Honk: Ihr habt Euch, wie Ihr eben auch auf der Bühne gesagt habt, am 01.01. 2005 gegründet, das heißt, Ihr besteht jetzt seit 17 Monaten. Laut Eurer Homepage habt ihr dann direkt im März ein langes Konzert gespielt, also 100 Minuten mit eigenem Zeug, und deshalb würd mich mal interessieren, was vor DRAGONSFIRE war. Gab´s da Vorgängerprojekte, oder habt ihr schon fertige Songs in der Schublade gehabt, weil ja eigentlich zwei Monate ein bisschen knapp sind, um eine 100minütige Setlist einzustudieren.
Jan: Also bei uns sieht´s da so aus, klar haben wir schon vorher was gemacht, nur wir haben halt gesagt, am 01.01. fangen wir halt unter dem Bandnamen an. Natürlich wird sich da vorher irgendwie getroffen und ein bisschen was zusammengebastelt. Man stellt sich ja nicht hin und sagt, hey, super, wir haben jetzt ´ne Band, aber haben keine Auftritte und keine Lieder. Von daher haben wir halt gesagt, okay, ab 01.01. gibt´s uns, und ab dann versuchen wir auch Auftritte zu kriegen. Aber sicher haben die Leute schon vorher Musik gemacht.
Thassilo: Ab 01.01. sollte auch die Homepage oben sein. Bevor ich zur Silvesterparty gefahren bin hab ich dann die Homepage hochgefahren, so konnten dann die Leute direkt, als sie nach Hause kamen, unsere Homepage gucken.
Honk: Ihr habt dann auch recht schnell Im Oktober den Fünftracker aufgenommen, 'Burning For Metal', geiler Name übrigens. Vielleicht ein paar warme Worte dazu, wie ist das abgelaufen vom Arbeitsprozess, wo habt Ihr Eure Inspirationen hergeholt?
Thassilo: Ja, ich fang mal kurz an, also, wir haben das Ganze im Kohlekellerstudio aufgenommen in Seeheim. Das war halt ne super Sache. Also der Kai vom Kohlekeller ist halt jemand mit dem man sehr gut arbeiten kann letztendlich, der einem auch gute Tipps geben kann. Von der Arbeitsweise war das so, dass wir natürlich schon vorbereitet ins Studio gehen mussten logischerweise, um die Kosten natürlich zu minimieren, je mehr Zeit du im Studio brauchst um so Kleinkram zu machen, den du auch schon vorher machen kannst, desto teurer wird’s dann natürlich. Und dann haben wir halt so ´ne Klickspur eingespielt, um das Tempo zu bestimmen, und dann Schlagzeug und Gitarre eingespielt und Gesang, in der Reihenfolge.
Jan: Alles nackt. (Gelächter)
Thorsten: Natürlich musst du dann auch das ein oder andere kleine Detail dann auch noch im Studio ändern, irgendwelche Fill-Gitarren, die dann noch kurzfristig kamen. Trotz eigentlich intensiver Vorarbeit.
Matthias: Was auch ganz wichtig ist und was ich auch ganz wichtig find und was auch auszeichnend ist für das Studio bzw. warum wir uns da so wohlgefühlt haben: Du kamst Dir eigentlich nie so vor, dass du da irgendwie den Soundstempel des Studios aufgedrückt bekommen hast. Also es gab gewisse Punkte, da musstest du einfach nur sagen, wir wollen das so, musstest das rüberbringen, und dann wurde das gemacht. Dann gab´s irgendwann Punkte, wo es hieß, hör mal, das und das und das und das an Alternativen und dann gab´s immer die freie Wahl. Das heißt also ein super Service.
Honk: Ihr habt dann auch Kurz darauf im Emergenza-Finale in Hessen gestanden, das ist halt dieser Bandwettbewerb, und habt die Batschkapp in Frankfurt ausverkauft. Waren das jetzt die größten Highlights, oder andersrum, wo wollt Ihr als Band noch hin? Sagt Ihr eher ab und zu ein kleines Festival reicht uns, wir wollen Underground bleiben, oder?
Jan: Ich sag immer nur einen Satz dazu: Wenn du DRAGONSFIRE buchst, werden DRAGONSFIRE kommen, so sieht´s einfach aus.
Thassilo: Wenn du sie in Australien buchst, werden sie nach Australien fahren.
Thorsten: Wir wollen natürlich so weit, wie´s geht, weil sonst würden wir keine eigenen Songs machen, sondern von anderen Bands kopieren. Daher kann der Weg nur das Ziel sein, so weit wie´s halt geht und wie´s sich ergibt. Es ist jetzt nicht so, das man sagt es muss, aber es soll.
Matthias: Batschkapp ist supergeil gewesen, ausverkauftes Haus. Und dadurch, dass wir zweimal gespielt haben hat man halt gesehen, das die eigentlich im Prinzip alles sehr professionell aufziehen, auch vom Sound ist man da sehr gut aufgehoben. Das ist ne Halle und von daher ist da kein Vergleich zu nem Open Air, was du spielst oder so. Das heißt aber nicht, dass das jetzt das Nonplusultra oder so war. Es war komplett OK, und wenn Leute da sind ist das OK, wenn weniger Leute da sind ist das auch OK. Spielt keine Rolle, es wird einfach nur gerockt.
Honk: Ihr habt eben von Kopieren gesprochen, ich hab mich mal in Eurem Gästebuch umgeguckt, da ist´s ja auch so, dass da einige Leute irgendwas meinten, von wegen uninspiriert, Kopie, einfallslos. Ihr fahrt ja auch in den Texten die Klischeetour. Was sagt ihr den Leuten, die halt sagen, ja alles altbacken etc. Geht Euch das am Arsch vorbei?
Thorsten: Was ich dazu kurz sagen will: Ich sag immer, positive wie auch negative Kritik kann nur gut sein. Das zeigt, dass sich jemand hinsetzt und den Text durchliest und sagt der ist scheiße oder der ist gut. Also jemand beschäftigt sich mit der Materie. Und Meinungsfreiheit gilt, natürlich kommt´s immer drauf an, wie das jemand rüberbringt. Aber ich bin mit Sicherheit der Meinung, dass wir nicht beschissen sind. Ich versuch das natürlich neutral auszudrücken. Aber jedem seine Meinung. Wer´s hört soll´s hören, und wer´s nicht hören will soll halt weghören.
Jan: Ich sag mal zum nächsten Album, ihr werdet euch alle noch wundern. Das geht nämlich auch anders.
Honk: Und dann noch was Aktuelles: Die CD habt Ihr zu fünft aufgenommen. Ihr seid momentan sängerlos, auch wenn Thassilo eben gesungen hat, was auch in meinen Ohren recht nah am Gesang der CD dran war.
Thassilo: Kann in gewisser Weise sein, weil ich´s ja auch vorher gemacht hab.
Honk: Wie sieht´s da aus mit der Sängersuche, habt Ihr schon einen in der Hinterhand oder gibt´s da auch die Option das Ihr sagt es klappt, scheiß auch den Sängerposten, wir machen als Quartett weiter?
Jan: Also wenn jetzt noch mal jemand ins Boot dazu kommen soll, muss der uns vom Hocker hauen. Wir wollen keinen haben, der so halbherzig trallala irgendwie bei der Sache ist, sondern dadurch, dass wir das irgendwie Ernst nehmen diese ganze Geschichte, brauchen wir auch jemand, der das auch Ernst nimmt und auch singen kann. Also das kann keiner sein, der sagt, ja ich hab da 20 Jahre in der Badewanne gesungen, den stell ich mir nicht da hin. Wir sind in der Lage Konzerte zu viert zu fahren. Wir haben immer gesagt, wir hätten gerne eine Rampensau, der da vorne abgeht und richtig party-on macht, aber wenn´s den nicht gibt, dann bin ich mit der Situation zufrieden. Wenn da einer kommt, wo du sagst, das passt jetzt, dann kann der gerne singen.
Thorsten: Ich denke mal, es ist ja auch offensichtlich aus der Bandhistorie, dass unser fünfter Mann erst danach dazu gestoßen ist. Und die Zeit jetzt hat uns gezeigt, was für Vorteile und Nachteile das mit sich bringt, jetzt auf musikalischer Ebene und rein gruppendynamisch. Wir wissen relativ genau, oder glauben zu wissen, was wir wollen, und sind auch in der glücklichen Lage schon durch irgendwelche Besuche diverse Sänger an der Hand zu haben. Und da haben wir gesagt, die müssen bei uns in den Proberaum kommen, die müssen uns einfach umhauen und das wars. Ich bin auch inzwischen soweit, dass ich weder auf Sängermann noch auf Sängerfrau festgelegt bin.
Honk: Ja gut, dass war´s jetzt von meiner Seite schon. Habt Ihr noch irgendwas, das ihr der Welt mitteilen wollt?
Thassilo: Vielleicht für den heutigen Tag, Summernight Open Air war ne geile Sache, das kann man vielleicht eben so festhalten. Irgendjemand soll uns buchen, wir würden gerne gebucht werden.
Jan: Wär gut, wenn auch mal jemand von sich aus auf uns zukäme und wir nicht ständig diese gegensätzliche Schiene fahren müssten. Bei dir war´s halt sehr angenehm, dass du kommst und sagst, komm machen wir mal ein Interview. Das ist cool.
Honk: Ich bin halt ein angenehmer Mensch.
Jan: Und wir sind immer noch labellos.
Honk: Also ein Label kann sich auch gern bei Euch melden.
Matthias: Auf jeden Fall. Weil, wie gesagt, für unsere nächste CD haben wir großes vor, das ist auch schon in petto, also nicht die Songs, aber die Struktur.
Thassilo: Aber das können wir nicht verraten, weil das einfach so gigantisch ist.














