Accept/ Steelwing, 09.02.2011 Köln Live Music Hall
ACCEPT sind für den Verfasser dieser Zeilen eine ganz besondere Band. Schließlich war es ein Ausschnitt aus 'Balls To The Wall' in der WDR-Dokureihe Pop2000, die mich Mitte der Neunziger zum ersten Mal mit härterer Musik in Berührung brachte. So war es natürlich keine Frage, zum Kölner Konzert der Solinger Stahlschmiede zu erscheinen, zumal der Auftritt auf dem Rock Hard-Festival und das Comebackalbum "Blood Of The Nations" äußerst appetitanregend wirkten.
Wie zu erwarten, dachten auch etliche andere Menschen so. Daher war die Kölner Live Music Hall rappelvoll, als die Schweden STEELWING gegen 20 Uhr die Bühne betraten. Die Verfechter des wahren Stahls machten ihren 45 minütigen Jobs äußerst respektabel, auch wenn der teilweise etwas schrille Gesang von Sänger Riley nicht jedermanns Geschmack war.
Punkt 21:15 Uhr war es dann soweit. ACCEPT betraten die Bühne und legten mit dem "Blood Of The Nations"-Doppelschlag 'Teutonic Terror' und 'Bucket Full Of Hate' direkt mächtig los. Vor der Bühne war die Stimmung von Beginn an prächtig und auch auf der Bühne schien es den Herren mächtig Spaß zu machen. Besonders Wolf Hoffmann grinste permanent wie das sprichwörtliche Honigkuchenpferd, aber auch Peter Baltes war kaum zu bremsen und tobte mit seinem Bass über die Bühne. Danach wurde es nostalgisch: 'Starlight', 'Love Child', mit geilem Solo, und 'Breaker' entführten tief in die 80er Jahre. Und natürlich ließ sich das Publikum gerne auf die Zeitreise ein und feierte die Klassiker frenetisch ab. Mit 'New World Comin´' ging es kurz zurück in die Gegenwart, bevor die nächsten Klassiker anstanden. 'Restless And Wild' und 'Son Of A Bitch' kamen wieder mehr als geil an und die Textzeile „Son of a bitch, kiss my ass“ hallte wie ein Schlachtruf durch die Halle.
Anschließend wurde es ruhiger. 'Demon´s Night' sorgte beim Publikum für eine Verschnaufpause, die aber beim Intro von 'Metal Heart' schlagartig vorbei war. Und das aus tausend Kehlen mitgesungene Für Elise-Solo sorgte für mächtig Gänsehaut. Ein längeres Gitarrenintro bildete dann den Auftakt zu 'Neon Nights' und 'Bulletproof', das von einen Solowettstreit der Herren Hoffmann und Baltes veredelt wurde. Mehr als geil. 'Loosers And Winners' und 'Aiming High' luden anschließend zum Mitsingen ein und machten mächtig Spaß. 'Princess Of The Dawn' ist sonst für mich immer der Gähnsong. Irgendwie konnte das Liedchen bei mir nie richtig landen. An diesem Tag war es allerdings anderes. Grund hierfür war das Basssolo von Peter Baltes, der für mächtig Alarm sorgte. 'Up To The Limits' und 'Burning' beendeten dann den ersten Teil des Konzertes und ACCEPT verließen kurz die Bühne.
Aber natürlich war noch nicht Schluss. Nach wenigen Minuten ertönte das wohlbekannte Intro von 'Fast As A Shark', das den Saal im Bruchteil einer Sekunde wieder zum Kochen brachte. Während sich die ersten Besucher bereits auf den Heimweg machten, brachten ACCEPT mit 'Pandemic' und dem wohl bekanntesten ACCEPT-Song 'Balls To The Wall' noch einen leckeren Nachschlag.
Nach etwa zwei Stunden war dann aber wirklich Schluss und die Live Music Hall entließ Hunderte grinsende Gesichter in die Nachtluft. Eine bestens aufgelegte Band, besonders Wolf Hoffmann und Peter Baltes war die Spielfreude jederzeit anzusehen, ein stimmlich perfekt aufgelegter Mark Tornillo, der das Erbe von Udo Dirkschneider würdig verwaltete, und eine Setlist, die nur wenige Wünsche offen ließ - was will man mehr?














