Pünktlich mit den ersten Frühlingstagen des Jahres boten die Hard´n´Heavys Bonn/ Rhein-Sieg einen Vorgeschmack auf den kommenden Sommer. Der Metalclub, eher durch sein traditionelles Summernight Open Air bekannt, lud zum Konzert in den Kölner Kulturbunker, quasi zum „Vorglühen“.

Trotz des guten Wetters folgten einige Freunde der harten Klänge dieser Einladung. Bei äußerst fanfreundlichen 12 Euro an der Abendkasse und dem halben Liter Gerstenkaltschale für schlanke 2 Euro sollte sich auch wirklich niemand ernsthaft bitten lassen.

Als Opener formierte die Kölner Blackmetaller MEMORIAM, die als erstes Bekanntschaft mit dem Schwachpunkt des Abends machen mussten: Dem Sound. Das Pfeifen, welches von Zeit zu Zeit aus den Boxen kam, war nämlich leider nicht geplant und ganz bestimmt kein Bestanteil des Ambient Blackmetal, wie einige Scherzkekse meinten. Nachdem die ärgsten Probleme schlussendlich behoben waren, konnten MEMORIAM dann richtig loslegen. Musikalisch solide konnte die Band aber nicht gegen die warmen Sonnenstrahlen auf der Raucherterasse anstinken, so dass der Saal doch nur mäßig gefüllt war. Auch in Sachen Bühnenpräsenz können und sollten die Dame und die Herren noch zulegen.

PANTALEON machten es da besser. Nachdem die obligatorischen Soundprobleme einem ansatzweise differenzierten Klang gewichen waren, legte das Quintett mit progressivem Powermetal kräftig los und erspielte sich recht schnell eine ansehnliche Zahl an interessierten Zuhörern. Nie um einen dummen Spruch verlegen zockte man bei aller Komplexität der Stücke locker und frech drauf los und erspielte sich so eine Menge neuer Fans. Ein in allen Belangen geiler und sehr kurzweiliger Auftritt der Newcomerband, von der man noch einiges erwarten darf. Für viele der heimliche Headliner des Abends.

Anschließend war es Zeit für den wahren kompromisslosen Stahl, maskuline Musik voller Testosteron, puren und unverfälschten Heavy Metal. WIZARD reisten mit ihrem neuen Album 'Of Wairwulfes And Bluotvarwes' nach Köln, das sie ausgiebig präsentierten. Ob dieser Plan so vorteilhaft war, bleibt fraglich. Auf der einen Seite waren die Zuschauer natürlich gespannt auf die Liveumsetzung des neuen Materials, an dem es nichts zu meckern gab. Auf der anderen Seite waren die meisten Leute aber mit den neuen Songs noch nicht so vertraut, dass sie eher ruhig aufgenommen wurde. Stimmung hingegen kam besonders bei den Bandklassikern 'The Hall Of Odin', 'Betrayer' oder dem abschließenden Glaubensbekenntnis 'Defenders Of Metal' auf. So bleibt ein zwiespältiges Fazit. Musikalisch kann man nicht klagen, stimmungsmäßig hätte man mehr aus dem Auftritt holen können.

Auch die abschließenden BLACK MESSIAH wurden soundmäßig zunächst böse überrascht. Ein viel zu gewaltiges Dröhnen ließ den ein oder anderen verbliebenen Metalhead - erste Verlusterscheinungen machten sich bemerkbar - den Konzertraum fluchtartig verlassen. Nach wenigen Minuten war aber auch der Sound bei BLACK MESSIAH akzeptabel und die vielen Fans der Ruhrpöttler feierten vor der Bühne eine hüpfende Party und schwangen das Tanzbein. Stimmungestechnische Höhepunkte waren das von vielen Fans geforderte "Söldnerschwein" und die als Zugaben dargebrachten Lieder "Sauflied" und  "Moskau", bei dem einige Anhänger mehr oder weniger erfolgreich versuchten, einen Kasatschok aufs Parkett zu legen.