Aardvarks/ Contradiction/ Mortal Remains, 28.12.05 Bonn Klangstation
Nach einigen mehr oder weniger besinnlichen Tagen und fettreichem Weihnachtsschmaus war es dann doch mal wieder an der Zeit ordentlich auf die Kacke zuhauen und ganz nebenbei den weihnachtlichen Speck abzutrainieren. Das SMASH THE SILENCE FESTIVAL mit dem Untertitel „Thrashmetal gegen Besinnlichkeit“ schien dazu die passende Gelegenheit zu bieten.
So betraten MORTAL REMAINS aus Wuppertal als erste Band des Abends die Bühne. Ehe man sich versah startete der Vierer ein herrlich old schooliges Deaththrashfeuerwerk, das sich gewaschen hatte. Pfeilschnell, mit irren Soli, fiesem Gegrunze und das Ganze dargeboten mit dem dazu passenden etwas ruppigen Sound. Yes! Sänger Matthias lieferte eine Glanzleistung, indem er zeitgleich für den Gesang sorgte und ganz nebenbei seine Gitarre in hohem Tempo malträtierte. Aber auch der Rest der Band wirkte arschtight und solide und knüppelte alles in Grund und Boden. So entstand auch nach kurzer Zeit der erste kleine Moshpit des Abends. Als besonderes Schmankerl hatte man sich eine Überraschung ausgedacht: So gesellte sich nach der ersten Hälfte ein weibliches Wesen (don´t know her name) zu den Jungs, um diese mit ihrer Stimme zu unterstützen. Gott sei Dank bewahrheitete sich die scherzhafte Ansage, man sein nun die offizielle Nachfolgeband von Nightwish, nicht. Gemütliches Operettengedudel blieb aus, stattdessen röhrte die junge Dame wie ein Elch. Ein wahres Vergnügen. Nach neun Liedern war dann erst mal Schluss. Durch die Zugabrufe des Publikums motiviert, stöpselte man die Instrumente dann doch wieder ein, um 'Muppets', ein bis dato noch nicht ganz fertiggestelltes Stück, als Zugabe zu intonieren.
Choice
Conscience
Follow Me
Addiction
Next Level
Warhead
Liar
Adrenalized
In The Line Of Fire
Muppets
Bei den nachfolgenden CONTRADICTION brauchte das Ohr erst einen Song, um sich an den neuen Sound zu gewöhnen. Aber schon beim zweiten Song des Abends, 'Rules Of Peace', war man auf den neuen Stil eingestellt und einer gepflegten Party stand nichts mehr im Wege. So wurde zum rifflastigen und sehr groovigen Thrash der ebenfalls aus Wuppertal stammenden Band die Matte geschüttelt und der „Sicherheitsabstand“ zur Bühne geringer, während Sänger Oliver Lux eine wütende Anklage gegen die sozialen Missstände dieser Zeit nach der anderen ins Mikro brüllte. Besonders 'Nation Of Fear', der Titeltrack der aktuellen CD 'The Voice Of Hatred' und der Bandklassiker 'All We Hate' aus dem Jahr 1995 erwiesen sich als absolute Nackenbrecher. Mit 'Pretenders', in das ein kleines Drumsolo eingebaut wurde, beendeten CONTRADICTION eine energiegeladene und mitreißende Show.
Scars On My Soul
Rules Of Peace
Break The Oath
The Voice Of Hatred
Nation Of Fear
Lie
2001
Engines Of Greed
All We Hate
Pretender
Danach war es Zeit für AARDVARKS, die in der Bonner Klangstation zum Heimspiel aufliefen. Da Hernan Martinez leider verhindert war, bekam Ex-Gitarrist Daniel die Gelegenheit, bei seiner ehemaligen Kapelle auszuhelfen. Und er machte seinen Job absolut perfekt. Die Gitarrenlinien saßen wie eine Eins, hinzu kam ein absolut perfekter Sound, der dies noch unterstütze. Sänger und Rhythmusgitarrist Guido bot nicht nur eine tadellose Gesangsleistung, sondern verbreitete mit der ein oder anderen Ansage auch den rheinischen Frohsinn und sorgte so für gute Laune im ordentlich bangenden Publikum. So wurde der Song 'Merry-Go-Round' mit „Wir sind ja mitten in der Session. Marieche´ komm erin.“ angekündigt. Ebenfalls wurde eine Flasche leckeres Paderborner Pils als Gewinn für denjenigen ausgeboten, der den Schrei im Intro von 'Late Onus' der richtigen Comicgestalt zuordnen konnte. Der Gewinn verblieb aber bei der Band... (im Nachhinein erinnert der Schrei mich an Homer Simpson). Leider musste die Band gegen 23:30 aufhören, legte bis dahin aber einen hammer Auftritt hin. Altbekannte Songs wie 'Homeless'', 'Rise Raw' oder das abschließende 'Farks´Lemma' knallten ohne Ende und kamen verdammt geil rüber. AARDVARKS waren wieder eine Macht. Die Erdferkel (deutsche Bedeutung von AARDVARKS) kamen, sangen und siegten.
Nach diesem Abend mit drei verschiedenen hochwertigen Bands aus dem Death- und Thrashmetalbereich ist es mit Besinnlichkeit wirklich erst mal vorbei. Aber nächstes Jahr ist ja wieder Weihnachten...
Phantasm
Profondo Rosso
Beyond
Rise Raw
For God & The Nation
Life
Grey
Terminate
Homeless
Late Onus
Merry-Go-Round
Meat
Farkas´ Lemma
Aktualisiert (Freitag, 04. September 2009 um 13:23 Uhr)














