Zum fünften Mal öffnete das FZH im Rüsselsheimer Stadtteil Dicker Busch seine Tore zum A Chance For Metal-Festival. Und bei konstant fanfreundlichen fünf Euro Eintritt für vier Matalbands erfreute es sich wieder großer Beliebtheit, so dass etwa 100 Gäste begrüßt werden konnten.

Pünktlich um zwanzig Uhr eröffneten TALES OF HORROR den Abend. Der von der Bands als „Old Wave Of German Heavy Metal“ bezeichnete klassische Metalstil mit kernigen Riffs, aber auch packenden Melodien kam von Beginn an sehr gut an. Besonders Sänger Markus Brand heizte das Publikum immer wieder an, machte aber auch Platz, um Gitarrist Andreas bei seinen gefühlvollen Gitarrensoli genügend Freiraum auf der Bühne zu lassen. Starke 45 Minuten der Bielefelder, die sich auch von kleinen technischen Störungen nicht aus der Ruhe bringen ließen, sondern das Freizeitheim erstmalig zum Beben brachten.

Nach einer kurzen Umbaupause wurde es dann etwas kerniger. Die Todesmetaller TORMENT OF SOULS brachten vom ersten Moment Tod und Verderben über das Freizeithaus. Die schmissige Mischung aus Death- und Thrashmetal sorgte direkt mit den ersten Riffs für mächtig Action vor der Bühne. Auf der Bühne war es eher etwas gehemmt: Für sechs Bandmitglieder sind die Bretter, welche die Welt bedeuten, im FZH Dicker Busch dann doch recht eng. Der Platzmangel konnte der Band aber nichts anhaben. Begleitet von ironisch-bösen Ansagen von Frontgrunzer Jochen Hamper groovte man sich durch den Set und ließ mit gleich drei Gitarristen eine brachiale Riffwand nach der anderen auf die bangende Menge. Und mit einem Cover des DIMPLE MINDS Gassenhauers „Durstige Männer“ als Abschluss gab es dann noch was zu Mitgröhlen. So mächtig wie in Rüsselsheim habe ich die Eifelband eigentlich noch nie erlebt.

Nach diesem Abrisskommando brauchte ich erst mal ein Päuschen bei Bier und Gequatsche vor der Tür. Daher bekam ich vom Auftritt der Straubinger DEJA VU nur vereinzelte Soundfetzen mit. Anwesende sprechen aber von einem äußerst soliden Konzert der Traditionalisten.

Auch die ersten Minuten der Hausherren DRAGONSFIRE und die davor stattfindende Verlosung der silbernen Pommesgabel fanden leider ohne mich statt. Bestimmt könnte ich das gute Stück sonst in meinem Wohnzimmer bewundern… Zum letzten Mal mit dem Gitarrenduo Timo und Matthias auf der Bühne ließen die Lokalmatadore von Beginn an mächtig die Kuh kreisen und wurden vom Publikum begeistert gefeiert. Mit Spaß und Äpplewoi zog das Quartett alle Register, während vor der Bühne die Matten begeistert geschwungen wurde und die Bandhymne, das mit einem Augenzwinkern versehene 'Dragonsfire Rockxx' das Freizeithaus in einem einzigen Chor vereinigte. Natürlich kam auch dieser Auftritt nicht ohne die Ansagen und Kommentare des Alphatieres hinter dem Schlagzeug aus. Stichwort: Ohne Metal macht es keinen Spaß. Da möchte man ihm ja auch nicht widersprechen.

Aber leider hat jeder Auftritt und jeder Abend irgendwann ein Ende. Daher bleiben mir an dieser Stelle noch drei Dinge:

  1. Ein Lob an die Soundmenschen, die allen Bands einen guten Sound verpasst haben und selbst bei den drei Gitarrien von TORMENT OF SOULS einen differenzierten Klang hinbekommen haben.
  2. Ein großes Lob an den Veranstalter: Jan, haste geil gemacht!
  3. Das nächste A Chance For Metal-Festival findet am 06. Oktober 2012 an gewohnter Stelle statt.

Aktualisiert (Montag, 28. November 2011 um 18:26 Uhr)