A Chance For Metal Festival, 27.02.2010 Rüsselsheim Freizeitzentrum Dicker Busch
Mit einem knappen halben Jahr Verspätung (im Herbst 2009 war das Freizeitzentrum wegen eines Wasserschadens leider nicht zu benutzen), konnte am 27. Februar die dritte Auflage des von der Band DRAGONSFIRE organisierten Festivals im wahrsten Sinne des Wortes über die Bühne gehen.
Und so fanden sich bei fanfreundlichen fünf Euro und äußerst zivilisierten Preisen für Flüssignahrung etwa 80 Besucher ein, um den musikalischen Darbietungen der vier Bands des Abends zu lauschen und nebenher ein wenig zu feiern. Der Preis für die weiteste Anfahrt ging dieses Mal an eine Gruppe Metalheads aus Sachsen.
Gegen 20 Uhr begann der musikalische Reigen mit den Death´n´Rollern JIGSORE, die ihr Programm mit vielen Coversongs (unter anderem eine sehr gute Version von ENTOMBEDs 'Wolverine Blues') würzten. Bei ihren eigenen Stücken blieb der Vierer aus Marburg leider recht blass. Auch die Ansagen zwischen den einzelnen Songs kamen sehr unbedarft rüber.
Ganz anderes präsentierten sich die Hausherren. Quitschfidel mit sichtlichem Spaß in den Backen zockten DRAGONSFIRE ihren Set, bei dem viele Songs des im Laufe des Jahres erscheinenden Albums zum ersten Mal auf Publikum losgelassen wurden und diesen Test ohne größere Schwierigkeiten bestanden. Die Publikumsreaktionen auf DRAGONSFIRE bei deren Heimspiel waren jedenfalls bestens. Auch wenn DRAGONSFIRE aufpassen mussten, dass ihnen ein einzelner Herr, der hacke dicht vor der Bühne stand/ schwankte und pausenlos Violent Dancing und eine Wall of Death forderte, nicht die Show stahl. Böse Zungen behaupten nach wie vor, er sei als Animateur bezahlt worden…
Übrigens gab es noch eine persönliche Premiere: Erstmalig in meiner nun schon einige Zeit andauernden Konzertkarriere beschwerte sich ein Schlagzeuger darüber, dass ihn der Monitorsound der Gitarren von seinem Stühlchen blasen würde.
Anschließend brach ein Sturm los, als A-RISE als heftigste Band des Abends das Dach des Jugendzentrums wegbliesen. Wahrscheinlich war einem Großteil der Besucher der Sound der Band zu brutal bzw. die Musik für einen ersten Livekontakt zu vertrackt, so dass es leider einige Minuten dauerte, bis A-RISE die ersten jungen Fans vor der Bühne begrüßen konnten. Ansonsten gibt es zu A-RISE nicht viel zu sagen: Hammer Bühnenpräsenz, technisch tierisch hohes Niveau, brachialer Sound, pure Aggression, geil!
MESSENGER, die als Ersatz für TORIAN als Headliner eingesprungen waren, hatten nach einem solchen Energielevel einen schweren Stand. Generell ist der klischeetriefende und extrem polarisierende Sound der Band nicht jedermanns Sache. So verwunderte es nicht, dass der Bereich vor der Bühne doch recht leer war. Nachdem ich MESSENGER live schon sehr geil, aber auch schon recht belanglos erlebt habe, war ich gespannt, was die Band an diesem Abend reißen würde. Aber bereits nach wenigen Minuten machte sich Ernüchterung breit. Auch Songs, wie 'New Hope', die ich auf Konserve recht geil finde, zündeten überhaupt nicht. Dafür waren MESSENGER an diesem Abend einfach zu theatralisch und pathetisch. Und so machten wir uns noch vor Ende der Show auf den Weg gen Heimat.














