Zum Theater des Todes bei feinstem Open-Air-Wetter lud der grand seigneur des Schockrock auf die Bonner Museumsmeile. Und so versammelte sich bereits gegen 18 Uhr eine buntgemischte Menschenmenge aus alt und jung, teilweise aus anderen europäischen Ländern angereist, vor den Eingängen des Open-Air-Geländes an der B9.

Zunächst begann aber die Vorband THE OTHER, die sich laut Selbstauskunft dem Horropunkt verschrieben und eine ansehnliche Zahl an Fans im Gepäck hatte. Nun ja, wirklich spannend waren THE OTHER nun nicht. Hinzu kam, dass der Sound ebenfalls nicht wirklich berauschend war. So war das Schlagzeug viel zu laut und überdeckte zeitweise den Gesang und die übrigen Instrumente.

Gegen 20:30 Uhr war es dann soweit: Der Vorhang fiel und ALICE COOPER begann seinen Set mit 'School´s Out'. In den folgenden knappen 90 Minuten reihte sich Hit an Hit, zumeist alter Songs aus dem reichhaltigen Backkatalog. Und Klamotten wie 'No More Mr Nice Guy', 'Elected', Under My Wheels','Billion Dollar Babies', ' Dirty Diamonds','I´m Eighteen', 'Vengeance Is Mine' oder dem Überhit 'Poison' kamen natürlich gut beim Publikum an.

Aber ALICE COOPER wäre nicht ALICE COOPER, wenn nicht auch die visuellen Aspekte eine große Rolle spielen würden. Und so wurde ALICE COOPER wie gewohnt gehängt und geköpft, erdrosselte eigenhändig eine Krankenschwester, wurde in die Psychiatrie gesperrt oder bei 'Poison' mit einer überdimensionalen Spritze gepikst. Natürlich alles unter dem Applaus des Publikums.

Um 22 Uhr muss an der Museumsmeile aus Lärmschutzgründen Schluss sein und das Konzert endete, wie es begonnen hatte mit 'School´s Out'. ALICE COOPER entließ seine Fans nach Hause. Viele mit einem durchaus zwiespältigen Eindruck. Denn auf der einen Seite zeigten ALICE COOPER und seine Begleitband eine musikalisch einwandfreie Leistung. Auf der anderen Seite fehlte trotzdem irgendwas und der Funke konnte nicht wirklich von der Bühne überspringen. Ob es an der übersichtlichen Anzahl der Besucher lag (der Bereich vor der Bühne war nur locker gefüllt), an der gedrosselten Lautstärke oder daran, dass ALICE COOPER nicht grade seinen besten Tag erwischt hat und seine Show zwar souverän, aber wenig enthusiastisch inzenierte , vermag ich auch nicht zu sagen.