von honk

Let there be Thrash! So könnte eine passende Überschrift zum Konzert lauten, zu dem das Team von A Chance For Metal wieder einmal ins heimelige Andernacher Juz geladen hatte. Als Headliner des Abends stand die Frankfurter Institution TANKARD auf ihrer "One Foot In The Grave"-Tour auf dem Programm, zwei ebenfalls im Thrashmetal angesiedelte Vorbands rundeten das Billing ab.

von pistol

Enemy Inside, eine junge Band aus Aschaffenburg spielte zusammen mit unseren Freunden von Wolfen. Ein guter Zeitpunkt der Band mal auf den Zahn zu fühlen und ein Interview zu führen. Und so trafen wir uns vor dem Gig in der Groove Bar, um dann ein lauschiges Plätzchen zu finden, wo ich mich mit den beiden Gründern von Enemy Inside, Nastassja und Evan, ungestört unterhalten konnte.

 

von pistol

Sachen gibt es, die glaubt man einfach nicht. Da ist man in Köln geboren, wohnt seit Jahrzehnten in der Region und findet nach all den Jahren eine Location, die bisher an einem vorbei gegangen ist. Dabei bietet die Groove Bar die wahrscheinlich größte Getränkeauswahl in Porz. Außerdem gehören kleine Speisen wie Nachos, Pommes und Pizza zum Sortiment. Und natürlich nicht zu vergessen, die dort stattfindenden Partys und Live Konzerte. Entgegen aller Erwartungen fluppte es heute auf der Autobahn wie geschmiert, und bereits nach zwanzig Minuten erreichte ich die Groove Bar. Dazu eine Parklücke vor der Türe, was will man mehr? Wohltuend auch der Großteil des Publikums, ehrliche Metalheads und Rockmusiker, keinen Gin mit Gurke schlürfende Hipster, wie es leider mittlerweile in den gentrifizierten Vierteln vieler Großstädte an der Tagessordnung ist. Unter anderem im Publikum zu sehen, der aktuelle Almanac-Sänger Patrick Sühl und RA-Schlagzeuger Karsten Drexler.

Nun wird es Zeit für Wolfen,die heute in aktueller Besetzung mit Frank J. Noras und Andreas „The Wicked" Doetsch an der Gitarre, Siggi „Panzer" Grütz am Schlagwerk, Nico Filter am Bass und last but not least der Herr von Lipinski am Gesang. Die neue Scheibe „Rise Of The Lycans“ sagt mir auch sehr zu. Der kleine Besetzungswechsel wirkt auf die Truppe, meiner Meinung nach, wie eine notwendige Frischzellenkur. Selten habe ich die Songs so homogen und wie aus einem Guss gehört. Das macht richtig Laune und kommt druckvoll rüber. Die Groove Bar hat einen recht ordentlichen Sound, nur der Mann am Lichtpult hat wohl noch leichte Koordinationsprobleme mit den Reglern der Beleuchtung. Es hängt genug Material an der Saaldecke, man muß es eben nur benutzen und auch ein wenig an die Musik anpassen. Dramaturgisch ist hier noch deutlich Luft nach oben. Dadurch lassen sich die Anwesenden natürlich nicht den Spaß verderben und feiern die Jungs gut ab. So vergeht die Zeit ziemlich schnell, natürlich nicht, ohne zwischendurch dass eine oder andere Kaltgetränk zu goutieren. Die Herren von Wolfen heizen die Raumtemperatur gehörig an und sind nebenbei gesagt in bester Spiellaune.

Setlist: Rebirth Of The Regulators, Genetic Sleepers, Forgotten Dreams, h, Time Keeper, Irish Brigade, Succubus, Schwarz, Wolfen, New World Order

Jetzt wird zügig umgebaut, das übliche Schlagzeug anpassen, und zusätzlich stellt man ein paar Podeste an den Bühnenrand. Die „Newcomer“ Enemy Inside präsentieren ihr heute veröffentlichtes Album Phoenix. Nun ist Newcomer nur die halbe Wahrheit, da Gitarrist Evan K. auch bei Mystic Prophecy die Gitarre bedient. Des Weiteren war er Mitstreiter beim Exit Eden Projekt und spielte schon bei der Melodic Death Metal-Band Cypecore. Hier und heute aber steht eine junge Band auf der Bühne, die erst im Jahr 2017 von Sängerin Nastassja Giulia und Evan K. gegründet wurde. Dafür finde ich es mehr als erstaunlich, wie professionell hier gearbeitet wird, zumal wenn man bedenkt das es sich quasi um eine „Do It Yourself“-Band handelt. Angefangen bei dem geschmackvollen Merchandise, dazu das Debüt-Album auf CD im Digipack mit ausführlichem Booklet und das Vinyl in schwarz oder als Splatter-Version. Auch das Bühnenoutfit wurde von Sängerin Nastassja entworfen, und so wirken Evan K. und David Hadarick an den Gitarren, Dominik Stotzem am Bass, Feli Keith am Schlagzeug und natürlich die hübsche Frontelfe wie eine routinierte Combo, die schon seit langen im Geschäft ist. Die dem aufmerksamen Beobachter nicht entgangene anfängliche Nervosität schwindet dann auch recht schnell, und die Songs des Debüt-Albums werden kraftvoll präsentiert. Ein guter Effekt sind auch die Podeste mit den darunterliegenden Nebelfontänen. Da die Front Lady zwar eine große Stimme hat, aber figürlich eher wie eine schlanke und selbstredend deutlich jüngere Version von Doro daherkommt, ist so die optische Wirkung für das Publikum optimiert. Bevor jetzt irgendwelche Unkenrufe ertönen: Das soll kein Vergleich zwischen Nastassja und Doro sein, da jede der beiden Damen ihre eigene Persönlichkeit und eine jeweils individuelle Performance bietet. Eine knappe Stunde dauert das Set, dann hat man alle Songs des Albums gespielt. Beim Blick ins Publikum sehe ich nur zufriedene Gesichter. Die sympathische Band aus Aschaffenburg hat einen guten Einstand in Köln-Porz hingelegt. Um sich langfristig etwas aus der großen Spielwiese ähnlich klingender Gruppen herauszukristallisieren, fände ich es persönlich nicht schlecht, wenn man bei der Live-Performance die Stücke vielleicht geringfügig mehr variiert und ein wenig von der Studioversion abweicht. Ansonsten alles prima, und auch am Merchandise ist man sofort nach der Show für die Fans bereit. So macht man sich Freunde.

Setlist: Falling Away, Bleeding Out, Lullaby, Angel’s Suicide, Doorway To Salvation, Oblivion, Halo, Dark Skies, Death Of Me, Summer Son, Phoenix

 

von pistol

Seit längerem schon habe ich die Band VENUES auf dem Schirm, aber leider bisher nie das Glück gehabt, das sich ein für mich passender Termin in unserer Gegend ergeben hat. Da trifft sich der Auftritt in Köln als Support Akt für die Berliner Desaster Kids doch prima. Zumal ich direkt noch ein Interview mit vereinbaren konnte. Dass natürlich genau zu dieser Zeit, ein zweitägiges Straßenfest in unmittelbarer Umgebung stattfindet, bedeutet leicht erhöhten Aufwand bei der Parkplatzsuche. Also direkt ins Rheinau Parkhaus und die 600 Meter vorbei am Stollwerck bis hin zum Tsunami Club. Und dort lief ich schon direkt meiner quirligen Interviewpartnerin Nyves in die Arme. Das Goldkehlchen kam mir mit einem Blubber Becher entgegen, da ihre Stimmbänder ziemlich gereizt waren. Trotz allem wollte sie aber nicht kneifen und meine Frage beantworten. Hut ab vor so viel Einsatz. Der kleine und auch schon recht alte Kellerclub gab jetzt natürlich keinen ruhigen Raum her, und so versuchten wir unser Glück auf der Straße. Um nicht im Lärm des Straßenfestes zu stranden, dachte ich an ein nettes Café oder ähnliches. Gab es aber nicht, nur hochpreisige Restaurants. Letztlich landeten wir auf einer Bank vor den Türen einer Weinhandlung, und es entwickelte sich ein sehr nettes Gespräch mit der überaus sympathischen Nyves.

 

von pistol

Der heutige Interview-Termin mit Sängerin Iris Goessens von Spoil Engine führte mich in das benachbarte Landgraaf in den Niederlanden. Genauer gesagt, zum Oefenbunker. Dort findet heute das alljährliche Bunkerpop statt, quasi die Eröffnungsparty der diesjährigen Konzertsaison in dem kleinen, aber feinen Club. Den Kontakt hatte unser Freund Theo Samson arrangiert, vielen vielleicht noch bekannt aus dem ehemaligen Rock Temple in Kerkrade. Nachdem ich mit den Bandmitgliedern schon am Merchandise-Tisch geredet hatte, erschien dann Front-Lady Iris und nahm mich direkt mit in den Backstage-Bereich. Und ich war dann doch überrascht, wie jung dieses überaus sympathische Mädel noch ist. In den offiziellen Videos oder auf Pressefotos wirkt sie teilweise viel älter. Da die Band im Anschluss an den Auftritt in Landgraaf noch eine Show in Charleroi anstehen hatten, verloren wir dann auch keine Zeit und suchten uns eine ruhige Ecke zum Plauschen. Es ergab sich ein amüsantes Gespräch, in dem Iris mir teilweise schon die Antworten auf Fragen gab, die ich noch gar nicht gestellt hatte. Aber lest selbst!