von pistol

Nachdem ich vor einiger Zeit das aktuelle Pokerface-Album „Game On“ rezensieren durfte und davon total geflasht war, freute ich mich wie Bolle auf die anstehende Tour. Dass dabei noch ein Interview-Termin mit Alexandra „Lady Owl“ Orlova herauskam, bedeute natürlich die Krönung des Ganzen. Wir, also die komplette Band und ich, trafen uns bei Theo im Biergarten des Café Zaal De Reunie in Holland zum zwanglosen Plausch; nicht ohne vorher Theos Angebot wahrzunehmen und mal ordentlich bei dem Gegrillten zuzulangen. Auf jeden Fall ergab sich ein sehr nettes Gespräch, auch mit den Mitgliedern von Feelament, die am Nachbartisch speisten. Die leichten Hindernisse, wenn zwei total unterschiedliche Muttersprachen zusammentreffen und man sich in einer dritten Sprache unterhält, meisterten wir mit Bravour. Manche Fragen musste ich des Verständnisses wegen ein wenig abwandeln, aber trotz allem wurde viel gelacht. Aber lest selbst!

 

von pistol

PINSKI – SOUND THE ALARM (2018)

https://www.pinskimusic.com/

 

Erscheinungsdatum 27.04.2018

Grimmig schaut mich das Display meines CD Players an, weil die darin liegende CD zum gefühlten 150zigsten Mal läuft, und wahrscheinlich denkt er: Wer zur Hölle ist Pinski? Nun musikbegeisterte Zeitgenossen wissen, das sich hinter diesem Namen die Kölnerin Insa Reichwein verbirgt. Aufgrund ihres lebhaften Charakters bekam sie diesen Spitznamen während ihres Studiums, und wurde ihn nie wieder los. Also warum nicht gleich die Band genauso nennen. Nach einigen selbstveröffentlichten EP’s und Singles liegt nur endlich das erste Album in voller Länge vor. Ein Plattenvertrag mit dem Label SOULFOOD macht es möglich. Wer jetzt das zarte Mädel auf dem Cover sieht, stilsicher mit akustischer Gitarre, ist eventuell der Versuchung erlegen, hier ein empfindsames Seelchen mit sanftem Saitengeflirre zu hören. Ja Leute, da muss ich euch leider enttäuschen. Hier wird pure Energie freigelegt, bluesiger Indie Rock mit einfallsreichen Arrangements, teilweise progressiven Elementen und Pinskis facettenreiche Stimme, die schreit und singt als gäbe es kein Morgen mehr. Manchmal ein wenig wie eine frühe Anouk zu „Nobodys Wife“ Zeiten. Die Akustikklampfe wird bis auf äußerste gefordert, verzerrt und rockt bis die Saiten glühen. Wer sie schon einmal live erlebt hat, weiß welche Rampensau in ihr steckt. Dazu eine Band die ihresgleichen sucht, Ian Alexander Griffiths an der E-Gitarre, Chris Streidt am Bass und Stephan Schöpe am Schlagzeug sind eine perfekt aufeinander eingespielte Einheit, die sich vor keinem verstecken muss. Mit „Sound The Alarm“ ist hier ein qualitativ hochwertiges Stück Musik entstanden, das abwechslungsreicher nicht sein könnte. Vom kraftvollen Rocker „Fire“ oder „Letter Of Regret“ über sanftere Töne wie die absolute Emotionsnummer „Stay Alive“ mit feiner Gitarrenarbeit, oder das getragene „ Light Calling“ ist hier für jeden etwas dabei. Ein Album das Spaß macht, und den Hunger auf mehr weckt. Schon der Opener „Ugly Side“ der mit einer Mischung aus Slidegitarre und Southern Rock beginnt, um dann in eine treibenden Rocker überzugehen lässt keine Zweifel an der Marschrichtung aufkommen. Die elf Stücke überzeugen mich allesamt, und ich kann es kaum erwarten Insa und ihre Jungs live zu erleben.

Pistol

von pistol

Heute geht es in die nahe gelegene Harmonie, eine nette Gaststätte mit angeschlossenem Saal, der gerne vom WDR für die Rockpalast Aufzeichnungen genutzt wird. Auch das derzeit stattfindende Crossroads Festival ist eine WDR Produktion, daher fahren wir schon zeitig los um noch einen Parkplatz zu ergattern. Der Parkraum ist hier sowieso schon sehr spärlich, und bei solchen Veranstaltungen zusätzlich durch den Fuhrpark des Senders belegt. Aber mal wieder Glück gehabt, gerade noch den letzten Platz ergattert und schon sind wir in der Location. Das übliche „Hallo“ bei den anwesenden bekannten Gesichtern, und Freunden aus den Niederlanden von The Dirty Denims lässt die Wartezeit bis zum Einlass schnell verstreichen.

Pünktlich um 19:30 betritt das schwedische Hard-Rock-Trio Heavy Tiger aus Stockholm die Bühne. Die 2010 gegründete Band um Sängerin und Gitarristin Maja Linn Samuelsson, Bassistin Sara Frendin und die Schlagzeugerin Astrid Carsbring nennen Bands wie Thin Lizzy, AC/DC, die Rolling Stones und The Who als musikalische Einflüsse. Aber auch die Backyard Babies, Hellacopters, New York Dolls, Suzie Quadro und Joan Jett gehören garantiert dazu. Ein toller Blickfang sind auch ihre glitzernden Bühnenoutfits, die ja schon einen legendären Ruf haben. Und so knallen uns die drei Gören sofort ihren Rotzrock um die Ohren. Mir gefällt das, auch wenn im Publikum nicht unbedingt nur positive Stimme zu hören sind. Es liegt wohl an dem doch recht hohem Altersdurchschnitt in dieser Veranstaltungshalle, scheinbar sind nicht alle hier anwesenden Senioren so aufgeschlossen, einer jungen Band auch mal nachzusehen, dass man eben noch keine 5 Jahrzehnte Bühnenerfahrung hat. Dafür machen die Mädels aber sehr gut Alarm, die eigenen Stücke rocken frisch und klingen trotz aller oben genannten Einflüsse nicht altbacken oder nur Retro. Ein paar eingestreute Coverversionen von The Ark oder auch Led Zeppelin lockern das Set zusätzlich auf. Schließlich soll so ein Auftritt ja auch Spaß machen, und nicht nur lediglich reine Routine sein. An Spielfreude mangelt es den Ladies definitiv nicht, und so geht der kurzweiliege Auftritt eigentlich auch viel zu schnell vorbei.

Setlist: Saigon Kiss, Feline Feeling, Superstar (The Ark cover), I Go for the Cheap Ones, Chinatown, Heavy Tiger (The Flaming Sideburns cover), Shake Me, Little Sister, No Tears in Tokyo, Living Loving Maid (She's Just a Woman) (Led Zeppelin cover), Tallahassee Lassie (Freddy Cannon cover), Keeper of the Flame, Jemma, The Only Way is up, Highway Knees, Girls Got Balls, Tonight

Wenn das Fernsehen mitschneidet, ist alles im Zeitplan, und so entern auch The New Roses genau im Zeitfenster die Bühne. Den Hype um die Band aus dem hessischen Rheingau, haben sie wohl der Kultserie „Sons Of Anarchy“ zu verdanken. Auf dem Soundtrack zur Serie und ebenso in dem deutschen Trailer dazu, sind sie mit dem Stück „Without A Trace“ vertreten, als Einzige nicht amerikanische Rock Band. Jetzt ist die Stimmung natürlich direkt auf dem Siedepunkt, und das anwesende Publikum feiert die Truppe euphorisch. Nun ist Musik ja zum Glück immer eine Frage des persönlichen Geschmacks. Ich sehe sie mehr so als eine Art Coverband an, die gar keine Coverband ist. Trotzdem kommt mir bei jedem Song eine frappierende Ähnlichkeit, zu bereits bestehenden Originalen ins Bewusstsein. Mal klingt es ein wenig nach Aerosmith, dann wieder wie Bon Jovi oder Kid Rock, und manchmal auch nach den Black Crowes. Wahrscheinlich auch ein Baustein des immensen Erfolges den die Truppe derzeit hat. Selbstredend liefern sie auch heute wieder eine beindruckende Live Performance ab, die musikalischen Qualitäten sind ohne Frage tadellos. Sänger Timmy Rough unternimmt ein ums andere Mal Ausflüge ins Publikum, und die Kameraleute haben eine Menge zu tun, um das alles in Bild und Ton einzufangen. Eine wahrlich schweißtreibende Angelegenheit, die nach großen Mengen isotonischer Getränke verlangt. Und so liegen sich die Fans auch selig in den Armen und applaudieren ihren Helden. So soll es ja nun auch sein, und trotz der steigenden Berühmtheit mischen sich die neuen Rosen nach der Show direkt unter die Zuschauer.

Setlist: Every Wildheart, Forever Never Comes, Dancing On A Razorblade, 2nd 1st Time, For A While, It's A Long Way, Whiskey Nightmare, Life Ain't Easy (For A Boy With Long Hair), Gimme Your Love, She's Gone, What If It Was You, Devil's Toys, One More for the Road, Thirsty, Without A Trace, Old Time Rock & Roll (Bob Seger Cover)

von honk

Während weite Teile des Rheinlandes eher von karnevalistischen Klängen dominiert waren, hatte sich für das Andernacher Jugendzentrum mit Geoff Tate eine der ganz großen metallischen Stimmen angekündigt. Leider fiel Geoff Tate in den letzten Jahren eher durch juristische Streitigkeiten auf Kindergartenniveau, als durch sein aktuelles musikalisches Schaffen auf. Aber die Meldung, dass Geoff Tate mit seiner All-Star-Truppe an diesem Abend das komplette "Operation: Mindcrime"-Album seiner ehemaligen Band QUEENSRYCHE anlässlich dessen 30jährigen Veröffentlichungsjubiläums auf die Bühne bringen wolle, sorgte trotzdem für großes Interesse.

von honk

Das neue Jahr begann ähnlich, wie das alte Jahr aufgehört hat: Mit ordentlich Gedresche bei einer weiteren Ausgabe des Masters Of The Underground im Andernacher Jugendzentrum. Leider setzte sich aber auch der geringe Publikumszuspruch im neuen Jahr fort. Dazu aber später mehr.