von honk

In einer langen Schlange warteten die Besucher schon einige Zeit vor Einlass darauf, dass sich die Tür des Juz Andernach öffnete. Ein bunt zusammengewürfelter Haufen - älteren und jüngere Kuttenträgern, Altrocker mit patinabeschichteter Lederjacke genauso wie Hemdträger mit Bügelfalte oder auch Eltern mit ihrem Nachwuchs - gab sich ein entspanntes generationenübergreifendes Stelldichein. Ein klarer Hinweis auf die Relevanz der heutigen Band, aber auch darauf, dass das JUZ an diesem Abend richtig gut gefüllt sein würde.

von honk

Während der Sommer traditionell und durchaus verständlich eher die Zeit der Open-Air-Konzerte ist, beginnt im Herbst wieder die heiße Zeit der Clubkonzerte. In der Metalmetropole Mittelrhein läuteten die NITROGODS, begleitet von MAXXWELL und PSYCHOPUNCH, auf ihrer Rebel Dayz-Tour diese Phase des Konzertjahres im ehrwürdigen Andernacher Juz ein.

von pistol

Rock Hard Festival 2019

Ja ist denn schon wieder Pfingsten? Oder warum ziehen die Metalheads in Scharen zum Amphitheater Gelsenkirchen? Wie in den Jahren zuvor, haben die Veranstalter wieder ein sehr abwechslungsreiches Billing zusammengestellt. Auch, wenn wie jedes Jahr die Unkenrufe zu hören sind „Diesmal ist aber scheiße“. Am Ende sind sie doch wider alle da und feiern ab! Toleranz ist das Gebot der Stunde. Und Petrus hatte auch ein Einsehen und beglückte uns mit heiterem Wetter, na bis auf eine klitzekleine Ausnahme zu Beginn des Auftritts der Tygers Of Pan Tang. Letztlich war es aber auch nur Wasser, was da von oben mal kurzzeitig runterfiel. Also bis auf die ekelhaften Watain Stinker alles prima. Freuen wir uns auf das Rock Hard Festival 2020.

 

Zur Bildergalerie geht es hier: Rock Hard Festival 2019

Freitag, 07.06.2019

VULTURE

Los geht es wie immer mit einer Speed Metal Attacke um die Anhängerschaft aufzuwecken und den letzten Gedanken an den Alltag wegzublasen. Und die Jungs von Vulture geben alles, man merkt förmlich welchen Spaß es ihnen macht, auf der riesigen Bühne zu performen. Metal as Metal can be, Leder und Nieten und eine Hochgeschwindigkeitsreise durch das Set. Geile Kiste, leider hat der Soundmann noch nicht alle Regler fest im Griff, aber das stört im Publikum kaum einen. Am Ende bedanken sich die Jungs ausführlich bei der Audience und den Helferlein. Wirklich ein sympathischer Haufen.

Setlist: Vulture, Ghastly Waves & Battered Graves, Murderous Militia, D.T.D. (Delivered To Die), Victim To The Blade, B.T.B. (Beyond The Blade), Cry For Death

CHAPEL OF DISEASE

Mit der nächsten Truppe, die sich erst seit kurzem einen Namen erspielt haben, wird es deutlich frickeliger- Äußerst komplexes Material was uns die Kölner da anbieten, ein Fest für die Fans der Band die dann ihre Helden auch ordentlich abfeiern. Beileibe aber nicht jedermanns Sache, auf diese Musik muss man sich einlassen können. Die Ausflüge in Gefilde des Jazz und eine gehörige Portion Prog Rock muss man erst einmal verdauen. Mit fünf überlangen Songs bestreitet man jedenfalls das Programm und alles ohne Effekthascherei. Nicht übel meine Herren.

Setlist: Void Of Words, Oblivious – Obnoxious – Defiant, The Dreaming Of The Flame, Null, Song Of The Gods

THE IDIOTS

Dortmunder in Gelsenkirchen? Beim Fußball würde das totalen Krieg bedeuten, glücklicherweise nicht so im Amphitheater. Die Meute der Metalheads lässt die Jungs um Sir Hannes ihren Rotz Punk runterschrubben und viele nutzen die Gelegenheit mal eine Stange Bier wegzubringen. Natürlich sind auch nicht wenige Die Hard Fans der Idiots anwesend und machen ordentlich Alarm. So wie sich das für eine Punk Show eben gehört, mittendrin immer wieder Sir Hannes der keine Berührungsängste mit den wilden Pogern hat. Das Wort Energiemangel kennt er nicht und tobt wie ein Punching Ball unentwegt über die Bühne. Und die in Plastik gehüllte „Punk Rock Queen“ wäre wohl ein Dorn im Auge von Greta, aber das interessiert hier niemanden. Gut gepogt, aber nicht ganz zum restlichen Billing passend.

Setlist: Bastard, Dead Heroes, Liar, Plastic, Punk Rock Queen, Gotteskrieger, Selbstmord, Fleischwolf, Heavy Metal Psycho Punk, S04 und der BVB, Maniac, Kill Him, Now I Wanna Be Your Dog (The Stooges-Cover)

TYGERS OF PAN TANG

Mit den Tygers of Pan Tang hat man eine weitere Legende der New Wave Of British Heavy Metal engagiert. Waren es im letzten Jahr noch Saxon und Diamond Head, so sind dieses Mal die Tiger mit absoluter Überzeugungskraft am Werk. Ganz nach dem Motto „Old Guys Rule“ zocken sie ein erstklassiges Set aus etlichen alten, aber auch drei neuen Stücken vom letzten Album. Und das Publikum hängt wie gebannt vor der Bühne. Wobei das Hauptaugenmerk auf Songs aus der frühen Phase liegt, die immer wieder gern gehörten Klassiker der Kultalben „Wild Cat“ und „Spellbound“ Selbst der kurzeitige Regenschauer kann die Stimmung nicht stören. Ganz klassischer Stil sind auch die Soloeinlagen von Drummer Craig Ellis und Gitarrero Micky Crystal. Eine willkommene Auflockerung ohne Selbstdarstellung, sondern die Stimmung weiter anheizend. So kennt man das, so will man das! Ein Klasse Auftritt mit vielen alten Hits, die über die Jahrzehnte nichts von ihrer Faszination verloren haben.

Setlist: Only The Brave, Love Don't Stay, Lonely At The Top, Gangland, Euthanasia, Take It, Keeping Me Alive, Glad Rags, Don't Stop By, The Devil You Know, Suzie Smiled, Hellbound, Don't Touch Me There

LIZZY BORDEN

Seit Jahrzehnten bin ich Fan dieser Truppe aus Amiland und habe es noch nie geschafft sie live zu sehen. Also ist meine Freude aber auch die Erwartung an den nun folgenden Auftritt riesig! Und es wird großartig, die Truppe, die sich Lizzy Borden nennt. Ganz im Sinne der echten Lizzie Borden aus Massachusetts. Eine US-Amerikanerin, die des Mordes an ihrem Vater und ihrer Stiefmutter verdächtigt und danach freigesprochen wurde. Der tatsächliche Tathergang ist bis heute nicht vollständig geklärt. Auch nicht woher der Frontmann diese fantastischen Masken her hat. Mit ständig wechselnder Verkleidung zieht er hier eine Mega Show ab, immer passend zu den jeweiligen Texten der Songs. Eine echte „Murderess Metal Roadshow“ mit überragender Performance und einmaliger Gesangsdarbietung. Hier wirkt nichts aufgesetzt oder durchkalkuliert, eigentlich wäre für diese Show der Platz des Headliners angemessen gewesen. Und zum Abschluss des vor Energie strotzenden Sets, gibt es dann noch ein wenig Theaterblutverzierung für die Fans die direkt am Wellenbrecher stehen. Immer mit einem zwinkernden Auge auf das Entertainment und nicht dem Fanatismus der nachfolgenden Band.

Setlist: My Midnight Things, Abnormal, Tomorrow Never Comes, Obsessed With You, Love Kills, Roll Over And Play Dead, Eyes Of A Stranger, Notorious, Master Of Disguise, Under Your Skin, There Will Be Blood Tonight, American Metal, Long May They Haunt Us, Me Against The World, Red Rum

WATAIN

Nun folgt der heutige Headliner und ich bin ehrlich gesagt ziemlich angeekelt. Mag ja sein, dass die Schweden ihre Trademarks haben, aber dann sollen sie die gefälligst irgendwo im Wald ausleben. Ein infernalischer Gestank wabert von der Bühne, dachte ich erst noch an Schweißmauken bei einem meiner Nachbarn musste ich feststellen das es von der Bühne kommt. Selbst die WDR Leute brechen nach drei Songs die Übertragung ab, offiziell wegen technischer Probleme aber die Insider Informationen sprechen eine andere Sprache. Und warum zur Hölle muss man sich vor dem Auftritt hinter der Bühne mit Blut überschütten und lässt die Sauerei dann liegen? Ebenso der Ziegenschädel im backstage Kühlschrank ist nicht wirklich lustig, sondern einfach nur mangelnder Respekt gegenüber dem hart schuftenden Personal hinter den Kulissen. Wer es braucht bitteschön, ich habe es vorgezogen die Venue zu verlassen.

Setlist: Underneath The Cenotaph, Nuclear Alchemy, The Child Must Die, I Am The Earth, Total Funeral, Furor Diabolicus, Sacred Damnation, All That May Bleed, Malfeitor, Towards The Sanctuary, Stellarvore, Holocaust Dawn

Samstag, den 08.06.2019

TYLER LEADS

Einen besseren Opener wie die Jungspunde und Senkrechtstarter Tyler Leads hätte man sich für den Samstag kaum wünschen können. Es stürmt ein wenig drumherum, aber die Jungs geben alles und zeigen dem Wettergott mal was eine Harke ist. Druckvoll und mit purer Spielfreude verzichten die Musiker auf große Worte und glänzen durch einen Hammersong nach dem anderen. Das kommt das Amphitheater schon bei der ersten Kombo heute so richtig in Wallung. Selbst kleiner technische Probleme zwischendurch meistert man souverän und hält die Stimmung auf hohem Level. Verdientermassen haben die Jungs einen Deal mit dem im Pott ansässigem Label ftwctp Records, dessen Oberboss aufgeregt durch die Szenerie stapft.

Setlist: Call Of The Wild, Heavy Eyes, The Witch, Lady In Green, Big City Blues, Supercharged, Electric Wasteland, Burning Smoke

THE VINTAGE CARAVAN

Auch die drei Jungs aus Island setzen die rockige Schiene fort. Die Retrokapelle ist immerhin auch schon 13 Jahre am Start. Sehr zur Freude des Publikums, hat der Tonmeister nun auch den Sound im Griff und man hört was für brillante Musiker die drei sind. Dabei mittlerweile sehr eigenständig und komplex im Gegensatz zu den Anfängen der Band. Schließlich haben sie auch ein vortreffliches Händchen im Umgang mit dem Publikum, warum sonst versichert Óskar Logi Agustsson voller Inbrunst, dass ein absoluter Traum in Erfüllung gegangen ist, dass sie hier auftreten dürfen. Das Programm besteht aus teilweise psychedelischen Songs und fetten Riff Rockern und hält so die Spannung auf hohem Niveau. Und wie schon die Truppe aus Recklinghausen zuvor, verzichtet auch die alte Karawane auf große Showeinlagen. Pure Musik ist das Gebot der Stunde.

Setlist: Reflections, Set Your Sights, Babylon, Innerverse, Reset, Expand Your Mind, Midnight Meditation

CARNIVORE A.D.

Funktioniert diese Band ohne den übermächtigen Peter Steele? Kaum vorstellbar, aber man kann ihn ja schlecht ausbuddeln. Zumindest optisch ist es vollkommen okay, denn Baron Misuraca sieht fast aus wie Pete Steeles jüngerer Bruder. Der Düster Club will zwar nicht so ganz in die sommerliche Atmosphäre des Geländes passen, kann aber durch seien brachiale Darbietung durchaus punkten. Eine ihrer Stärken war, die Leute mit ihren Texten zu provozieren. Und das tun sie auch heuer immer noch, daher darf ein Kracher wie „Jesus Hitler“ natürlich nicht in der Setlist fehlen. Und die politisch Korrekten können sich derweil ihren Heiligenschein putzen und ein Tofu Schnitzel verdrücken. Diese Band ist fucking History!

Setlist: Carnivore, Predator, Inner Conflict, Jesus Hitler, God Is Dead, Race War, Sex And Violence

HEIR APPARENT

Die Power Metaller aus den Staaten konnten die Menge trotz qualitativ guter spielerischer Leistung nicht wirklich vor der Bühne halten. Dafür sind ihre Songs zu vertrackt und teilweise unnötig lang, eben nicht wirklich Festival kompatibel. Es sei denn man befindet sich auf einem Prog Rock Event oder auch Kraut Rock Festivals mit vielen Kräuterzigaretten rauchenden Alt Hippies. Aber hier in Gelsenkirchen, wirkte der Großteil der Zuschauer eher gelangweilt. Also die Zeit nutzen und mal etwas Festes in den Magen füllen, immer nur Bier ist ja auch keine Lösung.

Setlist: Hands Of Destiny, The Servant, The Door, Crossing The Border, Another Candle, Insomnia, Keeper Of The Reign, The Road To Palestine, Tear Down The Walls

SYMPHONY X

Progressive Rock für die Massen bieten uns nun die Jungs aus New Jersey. Relativ geradeaus geht es nun zur Sache, ohne die sonst in diesem Genre üblichen Frickeleien auf den Klampfen. Die Herren strotzen vor Energie und Spielfreude, und auch die Headbanger im Publikum kommen auf ihre Kosten. Sänger Russel Allen animiert die Meute immer wieder mit fröhlichen Sprüchen und man hat fast den Eindruck, er wolle nun eine Riesen Party starten. Immerhin, gar keine so schlechte Idee an einem Samstagnachmittag.

Setlist: Iconoclast, Evolution (The Grand Design), Serpent’s Kiss, Nevermore, Without You, Run With The Devil, Sea Of Lies, Set The World On Fire (The Lie Of Lies)

SKID ROW

Die nächste Truppe wird natürlich, wie sollte es auch anders sein, von Oberposer Jens Peters aus der Rock Hard Redaktion angekündigt. Wobei der Songtitel „Youth Gone Wild“ natürlich nicht mehr dem Altersdurchschnitt der Band entspricht. Dann doch eher das Lindenberg Motto „Der Greis ist heiß“ Aber die Jungs wissen wie man eine Bühne rockt und beschränken sich hauptsächlich auf das Material ihrer ersten beiden Alben, so wie man das bei alten Bands eben auch erwartet. Wobei mir auch die neueren Songs durchaus gut gefallen. Ja, und wer genau hingeschaut hat, konnte im Fotopit einen entrückten Andy Brings abrocken sehen, der zusammen mit Bandkollegen Slick Prolidol seine Idole feierte.

Setlist: Intro: Blitzkrieg Bop (Ramones), Slave To The Grind, Sweet Litte Sister, Gig Guns, 18 And Life, Piece Of Me, Living On A Chain Gang, Psycho Therapy (Ramones-Cover), Monkey Business, Makin' A Mess, We Are The Damned, Youth Gone Wild, Outro: Take Me Home, Country Roads (John Denver)

CANNIBAL CORPSE

Das Gebolze der Death Metaller aus Buffalo ist so gar nicht meins, der Mann ohne Hals am Mikro, röhrt wie ein angeschossener Büffel und die Jungs knüppeln gnadenlos ihre Breitseiten ins Publikum. Das kommt natürlich bei vielen gut an, immerhin spielt die Truppe nicht zum ersten Mal auf dem Rock Hard Festival. Bereits 2016 brachten die Kannibalen das Amphitheater zum Kochen. Die Meute ist jedenfalls begeistert und feiert ihre Helden ab, während ich es vorziehe mir noch mal etwas zwischen die Kiemen zu schieben.

Setlist: Code Of The Slashers, Only One Will Die, Red Before Black, Staring Through The Eyes Of The Dead, The Wretched Spawn, Unleashing The Bloodthirsty, Kill Or Become, Scavenger, Firestorm, Death Walking Terror, Make Them Suffer, Hammer Smashed Face

GAMMA RAY

Den krönenden Abschluss machen heute Gamma Ray mit ihrem gepflegten Power Metal, das bringt so so richtig Stimmung. Ob es die Hochgeschwindigkeitsballaden sind oder das Gesangsduo aus Kai Hansen und Frank Beck. Die Truppe macht einfach Spaß und so ist der Bereich vor der Bühne auch gut gefüllt mit Menschen, die einfach Spaß haben wollen. Klar werden die Songs mitgesungen, genauso erwartet man das auch. Ein mehr als unterhaltsamer Auftritt der Jungs aus deutschen Landen, die ja keine Berührungsängste haben, und auch teilweise mit Unisonic oder Helloween unterwegs sind. Das Teutonengeschwader eben. Auf jeden Fall ein guter Headliner für den heutigen Tag.

Setlist: Land Of The Free, Man On A Mission, Master Of Confusion, Garden Of The Sinner, Heavy Metal Universe, Induction (Intro), Dethrone Tyranny, The Silence, To The Metal, Rebellion In Dreamland, Heaven Can Wait, Hellbent, Avalon

Sonntag, den 09.06.2019

THE SPIRIT

Der Tag beginnt mit ordentlichem Sonnenschein, es ist tierisch warm. Vielleicht nicht wirklich die richtige Atmosphäre für die Okkult Rocker aus Saarbrücken. Dem Publikum ist es egal und sie machen trotz der frühen Uhrzeit und dem einen oder andern Bierchen gestern schon ordentlich Alarm. Extremer Metal ohne Schnick Schnack, keine großen Ansagen einfach immer nur auf die Fresse, so muss das sein. Ein gelungener Opener für den letzten Tag des Festivals.

Setlist: Sounds From The Vortex, Cosmic Fear, The Clouds Of Damnation,Cross The Bridge To Eternity, Illuminate The Night Sky, Fields Of The Unknown, The Great Mortality

ZODIAC

Die wiedervereinten Jungs von Zodiac waren eigentlich gar nicht im Billing vorgesehen, aber da The Obsessed kurzfristig absagen mussten, ergab sich die Chance für die Truppe aus deutschen Landen. Und der steinige Wüstenrock kommt bei den Headbangern super an. Ein wenig verschnaufen von der Breitseite des Openers, gleichzeitig aber das Stimmungslevel haltend. Das gelingt den Herren vortrefflich. Erwähnenswert auch der Mann am Bass, der gleichzeitig auch noch Keyboard spielt. Ein cooler Gig von coolen Jungs.

Setlist: Diamond Shoes, Rebirth By Fire, Free, Cortez The Killer (Neil Young-Cover), Animal, Coming Home

VISIGOTH

Der Name Visigoth ist derzeit in aller Munde. Die aufstrebende Kapelle aus Amerika ist recht angesagt und zieht reichlich Publikum vor die Bühne. Auch wenn ich den Eindruck habe, dass der Sänger etwas heiser ist, liefern sie eine anständige Show ab, die auch vom Publikum super aufgenommen wird. Jedenfalls singen die biergetränkten Kehlen schön mit. Das Songmaterial kommt hauptsächlich vom letzten Album „The Conqueror’s Oath“ inklusive ein paar älteren Stücken. Wie auch immer, die Band ist ein nicht wegzudenkender Bestandteil der aktuellen Metal Szene.

Setlist: Dungeon Master, Warrior Queen, Fireseeker, Abysswalker, Outlive Them All, Steel and Silver, The Revenant King, Traitor's Gate

LONG DISTANCE CALLING

Nun wieder eine Band mit der ich so gar nichts anfangen kann. Die Instrumentalrocker langweilen mich eigentlich nur mit ihrem endlosen Gefiedel. Zugegeben, jeder Song fängt mit einem recht coolen Riff an, dödelt aber nach kurzer Zeit nur noch vor sich hin. Ich ziehe es vor, wie auch etliche andere Zuschauer, mal eine Runde über das Gelände zu drehen und Essen zu fassen. Ein wenig Small Talk hier und ein Getränk dort. So lässt sich auch diese Band aushalten.

Setlist: Trauma, Ascending, Black Paper Planes, Out There, Sundown Highway, Skydivers, Arecibo (Long Distance Calling), Metulsky Curse Revisited

FIFTH ANGEL

Mit Fifth Angel kommt nun eine Band aus der Gründerzeit des Metals zum Zuge. Die Chancen die Jungs mal live zu erleben, sind äußerst rar gesät und so freue ich mich endlich einmal die Gelegenheit dazu zu haben. Die Fans der ersten Stunde liegen der Band scheinbar besonders am Herzen, da man sich vom Songmaterial hauptsächlich auf die beiden ersten Klassiker der Diskographie beschränkt. Trotz einiger technischer Probleme mit dem Bass glänzt die Truppe durch unbändige Spielfreude und wird auch dementsprechend gefeiert. Eines meiner persönlichen Highlights des diesjährigen Rock Hard Festivals.

Setlist: The Night, Cathedral, Seven Hours, Stars Are Falling, Dust to Dust, Wings of Destiny, Call Out the Warning, Fifth Angel, In the Fallout, Cry Out the Fools, We Rule

MAGNUM

Und nochmal eine geballte Ladung Classic Rock. Die Altmeister von Magnum bieten uns zwar kein Eis an, aber dafür ein Potpourri ihrer größten Hits. Da singen selbst hartgesottene Death Metaller mit und klatschen brav in die Hände. Es ist schon eine Leistung, sich seit mehr als vier Jahrzenten auf den Brettern, die die Welt bedeuten zu behaupten. Auch wenn mir persönlich das Songmaterial immer etwas zu langsam war, muß ich sagen die Performance der alten Herren hat schon was Magisches. Und so werden sie gebührend empfangen und gefeiert, wie sich das für Klassiker gehört.

Setlist: Wild Swan, Sacred Blood “Divine” Lies, Lost on the Road to Eternity, Crazy Old Mothers, How Far Jerusalem, All England's Eyes, Vigilante, Don't Wake the Lion (Too Old to Die Young), Sacred Hour

POSSESSED

Was habe ich mich auf diesen Auftritt gefreut, die Godfather des bösen Metals live auf er Bühne in Gelsenkirchen. Und auch wenn der Boss Jeff Becerra seit einem Unfall im Rollstuhl sitzt, ist diese Truppe dämonischer als alle Watains und Cannibalen dieser Welt. Er röhrt und knurrt das es eine wahre Freude ist. Der Rest der Band spielt sich straight und unglaublich heavy durch das Programm. Ja so muss das sein, die Klassiker und auch die neueren Songs sind einfach nur erste Sahne. Da gibt es absolut nichts zu meckern. Und endlich hat auch mal die Security alle Hände voll zu tun, da nun die Crowdsurfer jetzt im Sekundentakt reinfliegen. Waren Grabenchef Lars Hauke und seine CCS Crew bisher eher etwas gelangweilt, macht sich nun glückseliges Grinsen auf ihren Gesichtern breit. Und jeder Crowdsurfer wird sanft aufgefangen, egal ob Männlein oder Weiblein, egal ob 50 oder 150 kg schwer, es wird abgeklatscht und zurück in die Menge geleitet. Auch eins dieser einmaligen Highlights des Festivals

Setlist: No More Room In Hell, Pentagram, Tribulation, Demon, Evil Warriors, The Heretic, Abandoned, Storm In My Mind, The Eyes Of Horror, Graven, The Exorcist, Fallen Angel, Death Metal, Burning In Hell

ANTHRAX

Es folgt das Finale und ich habe den Eindruck, dass jetzt aber auch wirklich jeder aus seinem Zelt, Wohnwagen oder wo auch immer der bisherige Aufenthaltsort war, hervor gekommen ist um den Headliner Anthrax zu feiern. Und wie bei allen Bands, die schon länger im Geschehen sind, setzt man auf die Klassiker. Böse Zungen würden jetzt sagen, sie gehen kein Risiko ein aber andererseits ist es genau das Material was die Fans hören wollen. Überhaupt beziehen die Musiker auch das Publikum immer wieder mit ein und geben ihnen Gelegenheit lauthals mitzusingen. Das ist Party pur. Die Zugpferde Scott Ian und Joey Belladonna wissen genau was sie tun und liefern eine mehr als solide Show ab. Somit geht wieder einmal eins der schönsten Festivals in Deutschland zu Ende und auch wenn es diesmal keine Vorankündigung auf 2020 gab, bin ich mir sicher wir sind nächstes Jahr wieder am Start.

Setlist: Caught in a Mosh (Cowboys of Hell Intro), Got the Time (Joe Jackson cover), Madhouse, Be All, End All, Evil Twin, I Am the Law, Medusa, Now It's Dark, Efilnikufesin (N.F.L.), Hymn 1, In the End, A.I.R., Antisocial (Trust cover), Indians

 

von honk

Mit einem ganz großen Knall verabschiedete sich das Konzertjahr 2018. Unter dem Banner „Masters Of The Underground“, unter dem bereits seit einiger Zeit den unbekannteren und vermeintlich „kleineren“ Metalbands im Andernacher Juz eine Plattform geboten wird, luden SECUTOR, DRAGONSFIRE und Steelpreacher zur DVD-Aufzeichung.

von honk

Der absolute Worst Case ist eingetreten: Da notiert man sich während der Konzerte penibel dies und das und findet anschließend die Notizen nicht mehr… Nun ja, passiert halt. Daher fußt dieser Bericht in weiten Teilen auf reinem Erinnerungsvermögen.

 

Trotzdem: Here we go: Mal wieder luden metallische Klänge ins Andernacher Jugendzentrum und diesmal hatten Jan Müller und sein Team ein ganz besonderes Schätzchen ausgegraben: Die Dortmunder ANGEL DUST standen mit einem Set bestehend aus Songs von um die Jahrtausendwende erschienenen Alben "Border Of Realitiy", "Bleed" und "Enlighten The Darkness". Flankiert wurde dieses Schmankerl von DAWN AHEAD, BLIZZEN und dem Headliner MOTORJESUS.

von honk

Let there be Thrash! So könnte eine passende Überschrift zum Konzert lauten, zu dem das Team von A Chance For Metal wieder einmal ins heimelige Andernacher Juz geladen hatte. Als Headliner des Abends stand die Frankfurter Institution TANKARD auf ihrer "One Foot In The Grave"-Tour auf dem Programm, zwei ebenfalls im Thrashmetal angesiedelte Vorbands rundeten das Billing ab.

von pistol

Sachen gibt es, die glaubt man einfach nicht. Da ist man in Köln geboren, wohnt seit Jahrzehnten in der Region und findet nach all den Jahren eine Location, die bisher an einem vorbei gegangen ist. Dabei bietet die Groove Bar die wahrscheinlich größte Getränkeauswahl in Porz. Außerdem gehören kleine Speisen wie Nachos, Pommes und Pizza zum Sortiment. Und natürlich nicht zu vergessen, die dort stattfindenden Partys und Live Konzerte. Entgegen aller Erwartungen fluppte es heute auf der Autobahn wie geschmiert, und bereits nach zwanzig Minuten erreichte ich die Groove Bar. Dazu eine Parklücke vor der Türe, was will man mehr? Wohltuend auch der Großteil des Publikums, ehrliche Metalheads und Rockmusiker, keinen Gin mit Gurke schlürfende Hipster, wie es leider mittlerweile in den gentrifizierten Vierteln vieler Großstädte an der Tagessordnung ist. Unter anderem im Publikum zu sehen, der aktuelle Almanac-Sänger Patrick Sühl und RA-Schlagzeuger Karsten Drexler.

Nun wird es Zeit für Wolfen,die heute in aktueller Besetzung mit Frank J. Noras und Andreas „The Wicked" Doetsch an der Gitarre, Siggi „Panzer" Grütz am Schlagwerk, Nico Filter am Bass und last but not least der Herr von Lipinski am Gesang. Die neue Scheibe „Rise Of The Lycans“ sagt mir auch sehr zu. Der kleine Besetzungswechsel wirkt auf die Truppe, meiner Meinung nach, wie eine notwendige Frischzellenkur. Selten habe ich die Songs so homogen und wie aus einem Guss gehört. Das macht richtig Laune und kommt druckvoll rüber. Die Groove Bar hat einen recht ordentlichen Sound, nur der Mann am Lichtpult hat wohl noch leichte Koordinationsprobleme mit den Reglern der Beleuchtung. Es hängt genug Material an der Saaldecke, man muß es eben nur benutzen und auch ein wenig an die Musik anpassen. Dramaturgisch ist hier noch deutlich Luft nach oben. Dadurch lassen sich die Anwesenden natürlich nicht den Spaß verderben und feiern die Jungs gut ab. So vergeht die Zeit ziemlich schnell, natürlich nicht, ohne zwischendurch dass eine oder andere Kaltgetränk zu goutieren. Die Herren von Wolfen heizen die Raumtemperatur gehörig an und sind nebenbei gesagt in bester Spiellaune.

Setlist: Rebirth Of The Regulators, Genetic Sleepers, Forgotten Dreams, h, Time Keeper, Irish Brigade, Succubus, Schwarz, Wolfen, New World Order

Jetzt wird zügig umgebaut, das übliche Schlagzeug anpassen, und zusätzlich stellt man ein paar Podeste an den Bühnenrand. Die „Newcomer“ Enemy Inside präsentieren ihr heute veröffentlichtes Album Phoenix. Nun ist Newcomer nur die halbe Wahrheit, da Gitarrist Evan K. auch bei Mystic Prophecy die Gitarre bedient. Des Weiteren war er Mitstreiter beim Exit Eden Projekt und spielte schon bei der Melodic Death Metal-Band Cypecore. Hier und heute aber steht eine junge Band auf der Bühne, die erst im Jahr 2017 von Sängerin Nastassja Giulia und Evan K. gegründet wurde. Dafür finde ich es mehr als erstaunlich, wie professionell hier gearbeitet wird, zumal wenn man bedenkt das es sich quasi um eine „Do It Yourself“-Band handelt. Angefangen bei dem geschmackvollen Merchandise, dazu das Debüt-Album auf CD im Digipack mit ausführlichem Booklet und das Vinyl in schwarz oder als Splatter-Version. Auch das Bühnenoutfit wurde von Sängerin Nastassja entworfen, und so wirken Evan K. und David Hadarick an den Gitarren, Dominik Stotzem am Bass, Feli Keith am Schlagzeug und natürlich die hübsche Frontelfe wie eine routinierte Combo, die schon seit langen im Geschäft ist. Die dem aufmerksamen Beobachter nicht entgangene anfängliche Nervosität schwindet dann auch recht schnell, und die Songs des Debüt-Albums werden kraftvoll präsentiert. Ein guter Effekt sind auch die Podeste mit den darunterliegenden Nebelfontänen. Da die Front Lady zwar eine große Stimme hat, aber figürlich eher wie eine schlanke und selbstredend deutlich jüngere Version von Doro daherkommt, ist so die optische Wirkung für das Publikum optimiert. Bevor jetzt irgendwelche Unkenrufe ertönen: Das soll kein Vergleich zwischen Nastassja und Doro sein, da jede der beiden Damen ihre eigene Persönlichkeit und eine jeweils individuelle Performance bietet. Eine knappe Stunde dauert das Set, dann hat man alle Songs des Albums gespielt. Beim Blick ins Publikum sehe ich nur zufriedene Gesichter. Die sympathische Band aus Aschaffenburg hat einen guten Einstand in Köln-Porz hingelegt. Um sich langfristig etwas aus der großen Spielwiese ähnlich klingender Gruppen herauszukristallisieren, fände ich es persönlich nicht schlecht, wenn man bei der Live-Performance die Stücke vielleicht geringfügig mehr variiert und ein wenig von der Studioversion abweicht. Ansonsten alles prima, und auch am Merchandise ist man sofort nach der Show für die Fans bereit. So macht man sich Freunde.

Setlist: Falling Away, Bleeding Out, Lullaby, Angel’s Suicide, Doorway To Salvation, Oblivion, Halo, Dark Skies, Death Of Me, Summer Son, Phoenix

 

von honk

Die Sonne brennt vom Himmel, die Festivalsaison liegt in vollen Zügen – nicht gerade die besten Voraussetzungen für einen Gig in einem Kellerraum. Trotzdem hat sich zur im Vorfeld angegeben Einlasszeit schon eine beachtliche Anzahl an Menschen vor dem Kölner MTC eingefunden und versorgt sich am danebenliegenden Büdchen mit gekühlten Getränken.

von pistol

Nun bin ich eigentlich kein großer Freund von Open Air Konzerten oder Stadion Veranstaltungen, aber die Hollywood Vampires wollten wir uns nun mal nicht entgehen lassen. Und wie könnte es anders sein, auf dem Weg zum Sparkassenpark nach Mönchengladbach schüttet es wie aus Eimern, obwohl die Wetter App eigentlich nur etwas Bewölkung ansagt. Nun gut, scheinbar die falsche App rausgesucht. Erfreulicherweise gibt es für die Presse schon mal einen kostenlosen Parkplatz direkt vor dem Hauptportal, den roten Teppich suche ich zwar vergebens, aber so brauchen wir zumindest nicht im Regen stehen bis zum Einlass. Glücklicherweise hat der Wettergott aber ein Einsehen, und stellt kurz vor Showbeginn den Wasserspender ab. Etwas Verwirrung gibt es beim ersten Fotocall, aber letztlich wird dann doch noch alles gut.

Pünktlich um 20:00 stürmen dann auch The Darkness auf die Bühne, und beginnen ihre kunterbunte Bubblegum Show. Die Spandexanzüge der Anfangszeit trägt Sänger Justin Hawkins zwar nicht mehr, aber dafür glänzt Bass Spieler Frankie Poullain durch sein modebewusstes Auftreten mit Afrolook und quietschgelben Outfit. Die Jungs zocken auch direkt los und spielen ihre Glam Rock orientierten Songs frisch und voller Spielfreude runter. Justin versucht immer wieder mit dem Publikum zu interagieren, aber das ist scheinbar nicht wirklich der englischen Sprache mächtig und versteht die humoristischen Einlagen nicht unbedingt. Jedenfalls bleiben die erwarteten Lacher größtenteils aus. Aber egal, die Jungs machen Spaß und es kommt nicht von ungefähr, dass ich das eine oder andere Mal an eine liebevolle Hommage an Queen denke. Immerhin sitzt mit Rufus Taylor einer der Söhne Roger Taylors am Schlagzeug. Die zurückliegenden Querelen innerhalb der Band sind jedenfalls Schnee von gestern, man hatte sich ja seinerzeit vom Sänger getrennt, ist aber seit 2011 wieder am Ball, wie auch das 2012 erschienene Album „Hot Cakes“ eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat. Ein schöner Gig auf alle Fälle, der zeitlich allerdings keine Zugabe mehr vorsieht. Ein straffer Zeitplan zwingt The Darkness leider von der Bühne.

Setlist: Solid Gold, Growing on Me, Love Is Only a Feeling, Japanese Prisoner of Love, One Way Ticket, Barbarian, Buccaneers of Hispaniola, Get Your Hands Off My Woman, I Believe in a Thing Called Love

Nach raschem Umbau erscheint nun die wohl derzeit am besten bezahlte Coverband der Welt, die Hollywood Vampires in der Besetzung Alice Cooper, Johnny Depp, Joe Perry, Chris Wyse, Tommi Henrikson, Glen Sobel und Buck Johnson auf der Bühne. Nach dem Intro von Bela Lugosi's „Dead, The Last Vampire“ kristallisiert sich ziemlich schnell heraus, dass ein Großteil des Publikums wegen Johnny Depp und Alice Cooper gekommen ist. Und der wie immer äußerst charismatische Alice hat die Menge auch direkt in der Hand, egal ob er mit seinem eigenen Programm auftritt oder wie heute eben als Teil der Vampires. Somit steht der ultimativen Vollbedienung mit Gassenhauern von Supergroups wie Aerosmith, The Doors, AC/DC, The Who und vielen anderen nichts mehr im Wege. Und zu meinem Erstaunen glänzt auch Piratenkönig Johnny Depp durch virtuoses Spiel und hervorragenden Gesang. Es gibt nicht viele Musiker, denen ich zugestehen würde „Heroes“ von David Bowie zu covern. Gut, Lemmy Kilmister durfte das, ich denke er sitzt mit Bowie jetzt sowieso an der Bar irgendwo im Universum. Aber Johnny Depp macht seine Sache extrem gut und interpretiert den Song wirklich beeindruckend mit echtem Gänsehautfeeling. Überhaupt kommen die Klassiker der Rockgeschichte unheimlich frisch rüber, mit viel Spielfreude und Liebe interpretiert. Genial auch die Videoshow zu „People Who Died“, die auf der großen Leinwand alle unsere liebgewonnenen Helden der Vergangenheit zeigt. Einerseits traurig alle diese großen Charakteren von Jimi Hendrix über David Bowie bis hin zu Lemmy Kilmister noch einmal übergroß zu sehen, immer mit dem Bewusstsein dass sie nie wieder auf der Bühne stehen werden, gut außer Alice Cooper als letzter der Untoten, wie er so schön zwischendurch anmerkte. Das hat schon etwas Ergreifendes, und man sieht die eine oder andere Träne kullern. Und wenn man schon Joe Perry dabei hat, müssen natürlich auch Aerosmith Klassiker wie „Sweet Emotions“ zum Besten gegeben werden, gar keine Frage. Selbst diese Stücke funktionieren hervorragend gut, auch ohne Steven Tyler. Selbst Gitarrist Tommi Henriksen, der jetzt nicht durch die große Bühnenpräsenz glänzt, versteht sein Handwerk vortrefflich. Spielte er doch schon mit Doro, Lady Gaga, George Lynch und vielen anderen zusammen. Das ganze Ensemble lässt keine Minute das Gefühl aufkommen, das sich hier ein paar alternde Rockstars wegen des Geldes zusammen getan haben, sondern einfach aus Spaß am gemeinsamen Musizieren. So geht eine kurzweilige Show dann leider zu Ende. Aber es gibt ja noch eine Zugabe, ja und wenn Alice Cooper auf der Bühne steht kann ja eigentlich nur noch „Schools Out“ folgen. Dazu werden riesige Luftballons in die Menge geworfen, und das wachsame Auge bemerkt sofort, das man selbst für diesen Job eine prominente Mitarbeiterin angeworben hat. Als amtliche Ballonschubserin war nämlich Jen Majura, die Gitarristin von Evanescence mit am Start. Alles in allem ein wunderbares Konzerterlebnis, das mit dem Outro „Anarchy In The UK“ von den Sex Pistols würdig ausklang.

Setlist: I Want My Now, Raise the Dead, Five to One / Break On Through (The Doors cover), The Jack (AC/DC cover), Ace of Spades (Motörhead cover), Baba O'Riley (The Who cover), As Bad As I Am, The Boogieman Surprise, I'm Eighteen (Alice Cooper cover), Combination (Aerosmith cover), People Who Died (The Jim Carroll Band cover), Sweet Emotion (Aerosmith cover), Heroes (David Bowie cover), Train Kept A-Rollin' (Tiny Bradshaw cover), School's Out / Another Brick in the Wall