von honk

In einer langen Schlange warteten die Besucher schon einige Zeit vor Einlass darauf, dass sich die Tür des Juz Andernach öffnete. Ein bunt zusammengewürfelter Haufen - älteren und jüngere Kuttenträgern, Altrocker mit patinabeschichteter Lederjacke genauso wie Hemdträger mit Bügelfalte oder auch Eltern mit ihrem Nachwuchs - gab sich ein entspanntes generationenübergreifendes Stelldichein. Ein klarer Hinweis auf die Relevanz der heutigen Band, aber auch darauf, dass das JUZ an diesem Abend richtig gut gefüllt sein würde.

von honk

Während der Sommer traditionell und durchaus verständlich eher die Zeit der Open-Air-Konzerte ist, beginnt im Herbst wieder die heiße Zeit der Clubkonzerte. In der Metalmetropole Mittelrhein läuteten die NITROGODS, begleitet von MAXXWELL und PSYCHOPUNCH, auf ihrer Rebel Dayz-Tour diese Phase des Konzertjahres im ehrwürdigen Andernacher Juz ein.

von honk

Mit einem ganz großen Knall verabschiedete sich das Konzertjahr 2018. Unter dem Banner „Masters Of The Underground“, unter dem bereits seit einiger Zeit den unbekannteren und vermeintlich „kleineren“ Metalbands im Andernacher Juz eine Plattform geboten wird, luden SECUTOR, DRAGONSFIRE und Steelpreacher zur DVD-Aufzeichung.

von honk

Der absolute Worst Case ist eingetreten: Da notiert man sich während der Konzerte penibel dies und das und findet anschließend die Notizen nicht mehr… Nun ja, passiert halt. Daher fußt dieser Bericht in weiten Teilen auf reinem Erinnerungsvermögen.

 

Trotzdem: Here we go: Mal wieder luden metallische Klänge ins Andernacher Jugendzentrum und diesmal hatten Jan Müller und sein Team ein ganz besonderes Schätzchen ausgegraben: Die Dortmunder ANGEL DUST standen mit einem Set bestehend aus Songs von um die Jahrtausendwende erschienenen Alben "Border Of Realitiy", "Bleed" und "Enlighten The Darkness". Flankiert wurde dieses Schmankerl von DAWN AHEAD, BLIZZEN und dem Headliner MOTORJESUS.

von honk

Let there be Thrash! So könnte eine passende Überschrift zum Konzert lauten, zu dem das Team von A Chance For Metal wieder einmal ins heimelige Andernacher Juz geladen hatte. Als Headliner des Abends stand die Frankfurter Institution TANKARD auf ihrer "One Foot In The Grave"-Tour auf dem Programm, zwei ebenfalls im Thrashmetal angesiedelte Vorbands rundeten das Billing ab.

von pistol

Sachen gibt es, die glaubt man einfach nicht. Da ist man in Köln geboren, wohnt seit Jahrzehnten in der Region und findet nach all den Jahren eine Location, die bisher an einem vorbei gegangen ist. Dabei bietet die Groove Bar die wahrscheinlich größte Getränkeauswahl in Porz. Außerdem gehören kleine Speisen wie Nachos, Pommes und Pizza zum Sortiment. Und natürlich nicht zu vergessen, die dort stattfindenden Partys und Live Konzerte. Entgegen aller Erwartungen fluppte es heute auf der Autobahn wie geschmiert, und bereits nach zwanzig Minuten erreichte ich die Groove Bar. Dazu eine Parklücke vor der Türe, was will man mehr? Wohltuend auch der Großteil des Publikums, ehrliche Metalheads und Rockmusiker, keinen Gin mit Gurke schlürfende Hipster, wie es leider mittlerweile in den gentrifizierten Vierteln vieler Großstädte an der Tagessordnung ist. Unter anderem im Publikum zu sehen, der aktuelle Almanac-Sänger Patrick Sühl und RA-Schlagzeuger Karsten Drexler.

Nun wird es Zeit für Wolfen,die heute in aktueller Besetzung mit Frank J. Noras und Andreas „The Wicked" Doetsch an der Gitarre, Siggi „Panzer" Grütz am Schlagwerk, Nico Filter am Bass und last but not least der Herr von Lipinski am Gesang. Die neue Scheibe „Rise Of The Lycans“ sagt mir auch sehr zu. Der kleine Besetzungswechsel wirkt auf die Truppe, meiner Meinung nach, wie eine notwendige Frischzellenkur. Selten habe ich die Songs so homogen und wie aus einem Guss gehört. Das macht richtig Laune und kommt druckvoll rüber. Die Groove Bar hat einen recht ordentlichen Sound, nur der Mann am Lichtpult hat wohl noch leichte Koordinationsprobleme mit den Reglern der Beleuchtung. Es hängt genug Material an der Saaldecke, man muß es eben nur benutzen und auch ein wenig an die Musik anpassen. Dramaturgisch ist hier noch deutlich Luft nach oben. Dadurch lassen sich die Anwesenden natürlich nicht den Spaß verderben und feiern die Jungs gut ab. So vergeht die Zeit ziemlich schnell, natürlich nicht, ohne zwischendurch dass eine oder andere Kaltgetränk zu goutieren. Die Herren von Wolfen heizen die Raumtemperatur gehörig an und sind nebenbei gesagt in bester Spiellaune.

Setlist: Rebirth Of The Regulators, Genetic Sleepers, Forgotten Dreams, h, Time Keeper, Irish Brigade, Succubus, Schwarz, Wolfen, New World Order

Jetzt wird zügig umgebaut, das übliche Schlagzeug anpassen, und zusätzlich stellt man ein paar Podeste an den Bühnenrand. Die „Newcomer“ Enemy Inside präsentieren ihr heute veröffentlichtes Album Phoenix. Nun ist Newcomer nur die halbe Wahrheit, da Gitarrist Evan K. auch bei Mystic Prophecy die Gitarre bedient. Des Weiteren war er Mitstreiter beim Exit Eden Projekt und spielte schon bei der Melodic Death Metal-Band Cypecore. Hier und heute aber steht eine junge Band auf der Bühne, die erst im Jahr 2017 von Sängerin Nastassja Giulia und Evan K. gegründet wurde. Dafür finde ich es mehr als erstaunlich, wie professionell hier gearbeitet wird, zumal wenn man bedenkt das es sich quasi um eine „Do It Yourself“-Band handelt. Angefangen bei dem geschmackvollen Merchandise, dazu das Debüt-Album auf CD im Digipack mit ausführlichem Booklet und das Vinyl in schwarz oder als Splatter-Version. Auch das Bühnenoutfit wurde von Sängerin Nastassja entworfen, und so wirken Evan K. und David Hadarick an den Gitarren, Dominik Stotzem am Bass, Feli Keith am Schlagzeug und natürlich die hübsche Frontelfe wie eine routinierte Combo, die schon seit langen im Geschäft ist. Die dem aufmerksamen Beobachter nicht entgangene anfängliche Nervosität schwindet dann auch recht schnell, und die Songs des Debüt-Albums werden kraftvoll präsentiert. Ein guter Effekt sind auch die Podeste mit den darunterliegenden Nebelfontänen. Da die Front Lady zwar eine große Stimme hat, aber figürlich eher wie eine schlanke und selbstredend deutlich jüngere Version von Doro daherkommt, ist so die optische Wirkung für das Publikum optimiert. Bevor jetzt irgendwelche Unkenrufe ertönen: Das soll kein Vergleich zwischen Nastassja und Doro sein, da jede der beiden Damen ihre eigene Persönlichkeit und eine jeweils individuelle Performance bietet. Eine knappe Stunde dauert das Set, dann hat man alle Songs des Albums gespielt. Beim Blick ins Publikum sehe ich nur zufriedene Gesichter. Die sympathische Band aus Aschaffenburg hat einen guten Einstand in Köln-Porz hingelegt. Um sich langfristig etwas aus der großen Spielwiese ähnlich klingender Gruppen herauszukristallisieren, fände ich es persönlich nicht schlecht, wenn man bei der Live-Performance die Stücke vielleicht geringfügig mehr variiert und ein wenig von der Studioversion abweicht. Ansonsten alles prima, und auch am Merchandise ist man sofort nach der Show für die Fans bereit. So macht man sich Freunde.

Setlist: Falling Away, Bleeding Out, Lullaby, Angel’s Suicide, Doorway To Salvation, Oblivion, Halo, Dark Skies, Death Of Me, Summer Son, Phoenix

 

von honk

Die Sonne brennt vom Himmel, die Festivalsaison liegt in vollen Zügen – nicht gerade die besten Voraussetzungen für einen Gig in einem Kellerraum. Trotzdem hat sich zur im Vorfeld angegeben Einlasszeit schon eine beachtliche Anzahl an Menschen vor dem Kölner MTC eingefunden und versorgt sich am danebenliegenden Büdchen mit gekühlten Getränken.

von pistol

Nun bin ich eigentlich kein großer Freund von Open Air Konzerten oder Stadion Veranstaltungen, aber die Hollywood Vampires wollten wir uns nun mal nicht entgehen lassen. Und wie könnte es anders sein, auf dem Weg zum Sparkassenpark nach Mönchengladbach schüttet es wie aus Eimern, obwohl die Wetter App eigentlich nur etwas Bewölkung ansagt. Nun gut, scheinbar die falsche App rausgesucht. Erfreulicherweise gibt es für die Presse schon mal einen kostenlosen Parkplatz direkt vor dem Hauptportal, den roten Teppich suche ich zwar vergebens, aber so brauchen wir zumindest nicht im Regen stehen bis zum Einlass. Glücklicherweise hat der Wettergott aber ein Einsehen, und stellt kurz vor Showbeginn den Wasserspender ab. Etwas Verwirrung gibt es beim ersten Fotocall, aber letztlich wird dann doch noch alles gut.

Pünktlich um 20:00 stürmen dann auch The Darkness auf die Bühne, und beginnen ihre kunterbunte Bubblegum Show. Die Spandexanzüge der Anfangszeit trägt Sänger Justin Hawkins zwar nicht mehr, aber dafür glänzt Bass Spieler Frankie Poullain durch sein modebewusstes Auftreten mit Afrolook und quietschgelben Outfit. Die Jungs zocken auch direkt los und spielen ihre Glam Rock orientierten Songs frisch und voller Spielfreude runter. Justin versucht immer wieder mit dem Publikum zu interagieren, aber das ist scheinbar nicht wirklich der englischen Sprache mächtig und versteht die humoristischen Einlagen nicht unbedingt. Jedenfalls bleiben die erwarteten Lacher größtenteils aus. Aber egal, die Jungs machen Spaß und es kommt nicht von ungefähr, dass ich das eine oder andere Mal an eine liebevolle Hommage an Queen denke. Immerhin sitzt mit Rufus Taylor einer der Söhne Roger Taylors am Schlagzeug. Die zurückliegenden Querelen innerhalb der Band sind jedenfalls Schnee von gestern, man hatte sich ja seinerzeit vom Sänger getrennt, ist aber seit 2011 wieder am Ball, wie auch das 2012 erschienene Album „Hot Cakes“ eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat. Ein schöner Gig auf alle Fälle, der zeitlich allerdings keine Zugabe mehr vorsieht. Ein straffer Zeitplan zwingt The Darkness leider von der Bühne.

Setlist: Solid Gold, Growing on Me, Love Is Only a Feeling, Japanese Prisoner of Love, One Way Ticket, Barbarian, Buccaneers of Hispaniola, Get Your Hands Off My Woman, I Believe in a Thing Called Love

Nach raschem Umbau erscheint nun die wohl derzeit am besten bezahlte Coverband der Welt, die Hollywood Vampires in der Besetzung Alice Cooper, Johnny Depp, Joe Perry, Chris Wyse, Tommi Henrikson, Glen Sobel und Buck Johnson auf der Bühne. Nach dem Intro von Bela Lugosi's „Dead, The Last Vampire“ kristallisiert sich ziemlich schnell heraus, dass ein Großteil des Publikums wegen Johnny Depp und Alice Cooper gekommen ist. Und der wie immer äußerst charismatische Alice hat die Menge auch direkt in der Hand, egal ob er mit seinem eigenen Programm auftritt oder wie heute eben als Teil der Vampires. Somit steht der ultimativen Vollbedienung mit Gassenhauern von Supergroups wie Aerosmith, The Doors, AC/DC, The Who und vielen anderen nichts mehr im Wege. Und zu meinem Erstaunen glänzt auch Piratenkönig Johnny Depp durch virtuoses Spiel und hervorragenden Gesang. Es gibt nicht viele Musiker, denen ich zugestehen würde „Heroes“ von David Bowie zu covern. Gut, Lemmy Kilmister durfte das, ich denke er sitzt mit Bowie jetzt sowieso an der Bar irgendwo im Universum. Aber Johnny Depp macht seine Sache extrem gut und interpretiert den Song wirklich beeindruckend mit echtem Gänsehautfeeling. Überhaupt kommen die Klassiker der Rockgeschichte unheimlich frisch rüber, mit viel Spielfreude und Liebe interpretiert. Genial auch die Videoshow zu „People Who Died“, die auf der großen Leinwand alle unsere liebgewonnenen Helden der Vergangenheit zeigt. Einerseits traurig alle diese großen Charakteren von Jimi Hendrix über David Bowie bis hin zu Lemmy Kilmister noch einmal übergroß zu sehen, immer mit dem Bewusstsein dass sie nie wieder auf der Bühne stehen werden, gut außer Alice Cooper als letzter der Untoten, wie er so schön zwischendurch anmerkte. Das hat schon etwas Ergreifendes, und man sieht die eine oder andere Träne kullern. Und wenn man schon Joe Perry dabei hat, müssen natürlich auch Aerosmith Klassiker wie „Sweet Emotions“ zum Besten gegeben werden, gar keine Frage. Selbst diese Stücke funktionieren hervorragend gut, auch ohne Steven Tyler. Selbst Gitarrist Tommi Henriksen, der jetzt nicht durch die große Bühnenpräsenz glänzt, versteht sein Handwerk vortrefflich. Spielte er doch schon mit Doro, Lady Gaga, George Lynch und vielen anderen zusammen. Das ganze Ensemble lässt keine Minute das Gefühl aufkommen, das sich hier ein paar alternde Rockstars wegen des Geldes zusammen getan haben, sondern einfach aus Spaß am gemeinsamen Musizieren. So geht eine kurzweilige Show dann leider zu Ende. Aber es gibt ja noch eine Zugabe, ja und wenn Alice Cooper auf der Bühne steht kann ja eigentlich nur noch „Schools Out“ folgen. Dazu werden riesige Luftballons in die Menge geworfen, und das wachsame Auge bemerkt sofort, das man selbst für diesen Job eine prominente Mitarbeiterin angeworben hat. Als amtliche Ballonschubserin war nämlich Jen Majura, die Gitarristin von Evanescence mit am Start. Alles in allem ein wunderbares Konzerterlebnis, das mit dem Outro „Anarchy In The UK“ von den Sex Pistols würdig ausklang.

Setlist: I Want My Now, Raise the Dead, Five to One / Break On Through (The Doors cover), The Jack (AC/DC cover), Ace of Spades (Motörhead cover), Baba O'Riley (The Who cover), As Bad As I Am, The Boogieman Surprise, I'm Eighteen (Alice Cooper cover), Combination (Aerosmith cover), People Who Died (The Jim Carroll Band cover), Sweet Emotion (Aerosmith cover), Heroes (David Bowie cover), Train Kept A-Rollin' (Tiny Bradshaw cover), School's Out / Another Brick in the Wall