Bloodbound, Crystal Viper, Thobbe Englund, Rexoria - Turock Essen 06.04.2017

Wieder mal unter der Woche nach Essen ins Turock, das heißt Nerven behalten und ab ins Stauchaos. Aber heute geht es, und wir kommen tatsächlich einmal pünktlich zum Einlass dort an. Der mäßig gefüllte Raum lässt befürchten, dass es publikumsmäßig heute recht übersichtlich bleibt. Jedenfalls hat der Mann an der Nebelmaschine schon wieder den Einschalter gefunden. Sehr zum Verdruss der Handvoll Fotografen, die dadurch arg gehandicapt sind. Rotes Licht und Nebel ergeben nun mal keine guten Fotos! Das weiß man mittlerweile auch ohne einen VHS Grundkurs in Fotografie. Und einer Live Review, spielt es auch nicht in die Hände, wenn man nichts oder nur wenig sieht, und das Geschehen erahnen muss.

Pünktlich startet die erste Band REXORIA nun den schwedisch geprägten Abend. Die Band um Frontelfe Frida Olin ist das erste Mal auf Europatour, hat aber das Publikum schon nach wenigen Minuten zum mit machen animiert. Alleine die tolle Stimme thront über den eingängigen Songs im Retrostil, das allerdings hat man mittlerweile zu Genüge. Also recht schwierig, sich damit aus der Masse abzuheben. Der kurze Set ist nach gut einer halben Stunde durch, obwohl ich mir das gerne noch ein wenig länger angehört hätte. Ihre Rolle als Warm Up für die nachfolgenden Bands haben sie aber erstklassig erfüllt, und stehen auch schon wenige Minuten nach dem Auftritt am Merchstand bereit.

Setlist: Intro, Way To Die, Heated Up, Valiance In War, Soldier Of The Sun, The World Unknown, Outro

Der nächste Act THOBBE ENGLUND wage ich jetzt am dreist, als den heimlichen Headliner des Abends zu bezeichnen. Vehement vom ersten Ton an bestimmt die Band die Marschrichtung. Weitab vom einfältigen Mainstream Rock der Sabatons, wird hier hervorragend musiziert. Und zwar quer durch alle Richtungen, ob das doomige „Glow“ oder eher ein stark siebziger orientiertes Stück a la „ Steel And Thunder“ die Location durchflutet, vollkommen egal die Leute sind begeistert. Sollte jemand vorher noch mit dem Gedanken gespielt haben, Thobbe schont sich bei dem Set, weil er ja nachher noch mit Bloodbound auf die Bühne muss, sieht sich schwer getäuscht. Überhaupt hat alles ein ganz besonderes Flair, da die Musiker auch gut mit dem Publikum interagieren. Gut die klassische Frage einer jeden Band aus Schweden(mit Ausnahme von ABBA vielleicht), ist der obligatorische Hinweis darauf genug Bier zu trinken. Sei es drum, der Gig macht Riesenspaß und darauf kommt es an.

Setlist: Sold My Soul, Annihilation, Steel & Thunder, The Glow, It Burns, Wildborn, The End Of Oil, Break The Chains, I Am, Trägen Vinner Nach fixem Umbau geht es nun weiter, mit der einzig nicht schwedischen Band heute Abend. Nämlich CRYSTAL VIPER aus Polen. Der extreme Nebel läßt die Musiker erst einmal nur erahnen, was bei der Augenweide Marta Gabriel schon eine Schande ist. Da meine Plattensammlung alle bisher veröffentlichen Alben der Band beinhaltet, wurde es höchste Zeit diese auch Mal live zu sehen. Leider machen sie sich ziemlich rar, bzw. spielen meist nur auf Festivals. So gehe ich also absolut unvoreingenommen an den Auftritt, und finde es ganz gut was da so aus der PA schallt. Gut, manche Screams von Marta sind zuweilen extrem schrill, und ich weiß nicht ob das der Anlage geschuldet ist oder einfach zu laut abgemischt wird. Den Unkenrufen einiger Anwesender, das wäre der schlechteste Gig den sie jemals von Crystal Viper gestehen haben kann ich nicht beipflichten. Man hat eben nicht immer Sonnentage. Klar ein wenig mehr Aktion auf der Bühne wäre schön gewesen, aber mir gefällt es jedenfalls sehr gut, große Teile des Publikum jedoch sind wohl zum Rauchen hinausgegangen oder im Café im ersten Stock. Jedenfalls ist es deutlich leerer vor der Bühne, als eben noch bei Thobbe Englund. Trotzdem sind Marta und die Jungs später am Merchstand zugegen, und lassen sich bereitwillig fotografieren und geben Autogramme.

Setlist: Rozpierdol, The Witch Is Back, Night Prowler, Night Of The Sin, Witch's Mark, When The Sun, Goes Down, Flames And Blood, Greed Is Blind, I Fear No Evil, Gladiator Die By The Blade, The Last Axeman, Metal Nation, Outro See You In Hell

Nun endlich wird es Zeit für den heutigen Headliner BLOODBOUND, obwohl es nicht der erste Auftritt im Turock ist. Sie haben hier auch schon mal zusammen mit GunBarrel die Recken von Brainstorm supportet. Heute aber ist man eben Headliner, und so fühlt es sich jetzt auch an. Mit einem Eröffnungsintro von Judas Priest “Turbo Lover“ kann man schon mal nicht viel falsch machen, und so ist der Saal urplötzlich wieder gut gefüllt, die Gerstenkaltschalen am Mann und Bang Your Head. Das Turock kocht brodelt und schwitzt, während Bloodbound eine dynamische Show zum Besten gibt. Soweit so gut, mir persönlich ist die doch sehr mainstreamige Show nach einer guten dreiviertel Stunde eigentlich genug. Es klingt so ein bißchen als ob Helloween und Hammerfall eine Jamsession veranstalten würden. Ließen die lustigen Hörnchen von Sänger Patrick anfangs noch auf eine Prise The Prodigy schliessen, erwies sich das als Trugschluss. Textlich beschäftigt man sich viel mit Drachen, und musikalisch bleibt man auf der Publikum sicheren Seite, die sollen ja letztlich ihren Spaß haben. Und das hat die Meute wirklich, wie schon gesagt der Laden brodelt! Natürlich spielen die Jungs auch ihre alten Songs, da diese auch immer wieder lautstark verlangt werden. Das Monster zu „Nosferatu“ und damit auch das Ende der Show geben uns das Zeichen zur Heimreise, immerhin ist morgen wieder früh Tag ist. Da kann ich dann auch die 10 € Fotogebühr auf der Heimfahrt über die Düsseldorfer (ihr Abzocker!) Brücke verschmerzen…

Setlist: Iron Throne, War Of Dragons, Stand And Fight, In The Name Of Metal, Satanic Panic, Stormborn, When All Lights Fail, Moria, Battle In The Sky, Fallen Heroes, Nightmares From The Grave, Silver Wings, Metalheads Unite, Dragons Are Forever, Nosferatu

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