Dragonsfire - Metal X (Re-Release)

 

Eigentlich sehe ich wenig Sinn, Reviews von Re-Releases zu verfassen. Wieso auch? Zu den Scheiben wurde seit der Veröffentlichung oft schon eine Menge gesagt und in der Regel haben sie den Test-Of-Time erfolgreich gemeistert (eine Wiederveröffentlichung würde sonst ja kaum Sinn ergeben...). Aber keine Regel ohne Ausnahme.

 

Ende 2014 wollten die Hessen mit "Metal X", damals in Eigenregie auf TTH Media von Sänger und Bassist Thassilo Herbert veröffentlicht, ihren 10. Bandgeburtstag im Jahr 2015 gebührend einläuten. Kurze Zeit später wurde "Metal X"gemeinsam mit dem Vorgäner "Speed Demon" (2013) von Pure Steel-Records in schwarzes Gold gepresst und nun auf dem A Chance For Metal-Label von Schlagzeuger Jan Müller erneut unters Volk gebracht.

 

Stilsicher eröffnen DRAGONSFIRE mit dem schmissigen und melodischen 'Young & Wild' die Sause. Ein perfekter Opener. Und auch wenn ich die Version auf der Live-DVD (2018) mit Dennis Ohler am Gesang sehr schätze: Der raue Gesangsstil von Thassilo hat schon seinen ganz eigenen Charme. 'Welcome To The Afterlife' beginnt der Thematik entsprechend düster und bedrückend. Zum Ende löst sich diese Stimmung jedoch durch zwei flotte Gitarrensoli und ein vitaleres Schlagzeugspiel wieder auf, bevor mit dem religionskritischen 'Heretic' wieder ein in den Strophen stampfender, im Refrain etwas flotterer Banger auf dem Programm steht. Nach der ernsthafteren Thematik darf ein gesunder Schuss Humor allerdings nicht zu kurz kommen. Hierfür haben DRAGONSFIRE ihr aaliges Bandmaskottchen, den 'Steel Eel', bereits auf "Speed Demon" erstmals in Erscheinung getreten, etwas verlängert. Als Gast wirkt bei dieser „long version“ Preacher von STEELPREACHER am Gesang mit. 'Man On A Mission' ist ein klassisch-teutonisches Stück Edelstahl, mit allen Zutaten. Schnelle Gitarren, ein stampfendes Schlagzeug, Woho-Chören im Refrain – passt. Balladesk beginnt das abschließende 'Hell'. Wollte der Song 2014 bei mir nicht so richtig zünden, hat sich einige Jahre später mein Höreindruck geändert. Denn 'Hell' entwickelt sich nach dem ersten Textzeilen doch zu einem flotten Galopp mit herausstechender Gitarrenarbeit, der "Metal X" sachte ausklingen lässt.

 

 

"Metal X" lebt weiterhin vom authentischen Charme und hat auch 2020 nichts von seiner Power verloren. 2015 bildete die CD den perfekten Einstand in ein Geburtstagsjahr, das mit der Aufzeichnung einer Live-DVD im Rahmen des A Chance For Metal-Festivals im Mai 2015 einen Höhepunkt erfahren sollte.

Aber leider kam alles anders. „The future came to you without a warning.“ Diese zweite Textzeile aus 'Welcome To The Afterlife' wurde leider nur wenige Tage nach dem umjubelten Releasekonzert im Juz Andernach bittere Realität. Sänger und Bassist Thassilo Herbert verstarb am 08.01.2015 – Ruhe in Frieden.

Honk

 

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