Geoff Tate´s Operation:Mindcrime/ Till Death Do Us Part, Andernach Juz 10.02.2018

Während weite Teile des Rheinlandes eher von karnevalistischen Klängen dominiert waren, hatte sich für das Andernacher Jugendzentrum mit Geoff Tate eine der ganz großen metallischen Stimmen angekündigt. Leider fiel Geoff Tate in den letzten Jahren eher durch juristische Streitigkeiten auf Kindergartenniveau, als durch sein aktuelles musikalisches Schaffen auf. Aber die Meldung, dass Geoff Tate mit seiner All-Star-Truppe an diesem Abend das komplette "Operation: Mindcrime"-Album seiner ehemaligen Band QUEENSRYCHE anlässlich dessen 30jährigen Veröffentlichungsjubiläums auf die Bühne bringen wolle, sorgte trotzdem für großes Interesse.

 

Um die Vorband wurde im Vorfeld ein großes Geheimnis gemacht. Auf Plakaten und in Konzertankündigungen wurde niemand erwähnt. Wenige Tage vor dem Gig machten dann erste Andeutungen im Internet die Runde, Geoff Tate brächte da noch jemanden mit.

Dieser „Jemand“ entpuppte sich am Konzertabend als Geoff Tates Tochter Emily mit ihrer Band TILL DEATH DO US PART, die für ihren Vater im mit etwa 350 Fans gut gefüllten Jugendzentrum eröffnete. Nun ja, über Geschmack lässt sich ja vortrefflich streiten. Aber die Auffassung,  dass TILL DEATH DO US PART lediglich aus familiären Gründen mit am Start waren, war sicherlich mehrheitsfähig. Musikalisch passte der Gothik Rock des Openers, der mit reichlich Samples daherkam, in keinster Weise zum Hauptact und war auch musikalisch absolut belanglos. Dazu kam das absolut überzogene und peinliche Rockstargehabe. So wurde den Zuschauern beispielsweise untersagt, Bierbecher am Bühnenrand abzustellen. Begründung: Der Gitarrist (Kieran Robertson, der auch bei OPERATION:MINDCRIME eine der Gitarren bediente) könne bei seiner Darbietung auf etwaigen Bierspritzern ausrutschen…

 

Dann war es aber Zeit für den Auftritt, auf den das Publikum gewartet hatte: Bereits die Noten von 'Anarchy X' wurden frenetisch gefeiert und bei 'Revolution Callin' verwandelte sich das Juz erstmals in einen einzigen Chor. Geoff Tate, der an diesem Abend mit Hut und Jacket gekleidet den Preis in der Kategorie „best dressed metal artist“ sicher hätte, zeigte sich sehr entspannt und sichtlich gerührt von den Reaktionen des Publikums. Und das Wichtigste: Auch stimmlich gab es nichts zu bemängeln. Wahrscheinlich störte es keinen der Anwesenden, dass Geoff Tate nicht von der vorher angekündigten All-Star-Band begleitet wurde. Denn auch die international besetzte „Ersatzband“ machte einen guten Job. Auch die puristische Bühne, die ohne jegliche optische Elemente daherkam, fiel nicht ins Gewicht. Und die absolut zeitlosen Songs von "Operation: Mindcrime" sprachen sowieso für sich, zumal sie in einem top Sound präsentiert wurden. Bei 'Suite Sister Mary' kam Emily Tate nochmals auf die Bühne, um den weiblichen Gesangspart zu übernehmen. Hierbei konnte sie eher punkten, als mit ihrer Gesangsleistung beim Auftritt ihrer eigenen Band. Mit 'Eye Of The Stranger' endete dann der in allen Belangen gelungene "Operation: Mindcrime"-Part. Leider fiel der Zugabenblock etwas kurz aus und bestand mit 'Silent Lucidity' und 'Empire' nur aus zwei weiteren Songs.

 

So blieb unterm Strich ohne nennenswerte Vorgruppe eine recht übersichtliche Nettomusikzeit, was den Gesamteindruck des Abends ein wenig trübte. Schade auch, dass Geoff Tate seinen sympathischen Eindruck während des Gigs mit einem absolut indiskutablen „Fan-Angebot“, beinhaltend einen Handschlag, ein Autogramm und ein gemeinsames Foto für schlanke 50 Euro, etwas ruinierte.

 

Honk

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