I.M. Nail - Darkness To Rent

I.M. Nail – Darkness For Rent (2017)                                                                                                                                                          https://www.facebook.com/I.M.nail.de

Nach dem Marknagel, einem chirurgischen Hilfsmittel zur Behandlung von Knochenbrüchen, hat sich die Band I.M. NAIL aus Koblenz benannt. Bereits 2013 veröffentlichte der Vierer mit "Hyena Sunrise" eine erste EP, deren Existenz aber vollkommen am Autor dieser Zeilen vorbei gegangen ist. "Darkness For Rent" ist nun die zweite Veröffentlichung der Band. Ihren Musikstil bezeichnen I.M. NAIL  passend zum Bandnamen mit dem chemischen Element Titan, einem sehr beständigen, aber trotzdem dehnbaren Metall.

Der namensgebende Titeltrack der EP beginnt als straighter und nach vorne groovender Rocker, bei dem die Gitarrenriffs ganz klar den Ton angeben. Dann wandelt sich der Sound der Band aber. Die drückenden Riffs treten ein Stück in den Hintergrund und der wüste Gesang macht Platz für einen sehr melodischen und mehrstimmig gesungenen Refrain. Unerwartet, aber vollkommen passend, beendet ein Klavieroutro den Song. Großartig gemacht.

Leider nehmen I.M. Nail anschließend etwas den Fuß vom Gas. Bei 'New Born' bewegt sich die Band in Richtung Hardcore, lässt aber weiterhin Platz für viele melodische Parts. Im Gegensatz zum Opener ist 'New Born' aber weit weniger mitreißend und insbesondere im instrumentalen Mittelteil wesentlich sperriger komponiert. Somit verlangt der Song dem Hörer bei über fünf Minuten Laufzeit einiges ab.

Das Gitarreninstrumentalstück 'A Fragile Thought Of Gree' leitet dann über zum melodischen 'A Bitter Pill', bei dem die modern-metallischen Anteile wieder nach oben geschraubt werden. Als Kontrapunkt hierzu servieren I.M. NAIL zum Abschluss mit dem recht kurzen 'Hell' noch eine schön räudig thrashig-rockige Abrissbirne, die zum Ende nochmal zeigt, wo der Frosch die Locken hat.

Trotz der großen Bandbreite an Stilen ist "Darkness For Rent" eine in sich stimmige EP, bei der die einzelnen Elemente wie bei einem Puzzle, kompositorisch wie technisch auf hohem Niveau, sorgsam ineinander gesetzt sind. Schade ist allerdings, dass die Spritzigkeit nach dem Opener leider etwas verloren geht.

Honk

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