Motorjesus/ Angel Dust/ Blizzen/ Dawn Ahead, Juz Andernach 17.11.2018

Der absolute Worst Case ist eingetreten: Da notiert man sich während der Konzerte penibel dies und das und findet anschließend die Notizen nicht mehr… Nun ja, passiert halt. Daher fußt dieser Bericht in weiten Teilen auf reinem Erinnerungsvermögen.

 

Trotzdem: Here we go: Mal wieder luden metallische Klänge ins Andernacher Jugendzentrum und diesmal hatten Jan Müller und sein Team ein ganz besonderes Schätzchen ausgegraben: Die Dortmunder ANGEL DUST standen mit einem Set bestehend aus Songs von um die Jahrtausendwende erschienenen Alben "Border Of Realitiy", "Bleed" und "Enlighten The Darkness". Flankiert wurde dieses Schmankerl von DAWN AHEAD, BLIZZEN und dem Headliner MOTORJESUS.

 

Nicht wirklich rund lief es für den Opener DAWN AHEAD aus Mainz. Das lag insbesondere am absolut dürftigen Sound. Selbst in Höhe des Mischpultes waren die Gitarren kaum auszumachen. Dafür hatte die Bassdrum soviel Druck, dass man nur mit dem Rhythmus atmen konnte. Auch das engagierte Auftreten von Frontmann Christian Wilsberg könnte da nicht mehr wirklich viel retten.

 

BLIZZEN dürfen sich inzwischen zu den Stammgästen auf der Bühne des Juz zählen. Und auch diesmal konnte das hessische Quartett voll überzeugen. Songs wie 'Genesis Reversed', dem Titeltrack des aktuellen Albums, 'Trumpets Of The Gods' oder dem mächtigen 'Time Machine' kamen auch diesmal voll auf den Punkt. An der Band lag es also definitiv nicht, dass der Zuspruch des Publikums im Gegensatz zu früheren Auftritten in Andernach ungewohnt zurückhaltend war. Trotzdem kamen BLIZZEN nicht daran vorbei, mit 'Gone Wild' noch eine geplante und dem JUDAS PRIEST- Klassiker 'Metal Gods' eine spontane Zugabe zu geben.

 

Ein kleiner persönlicher Zeitsprung: Wir schreiben den 04.11.2000. Der Autor dieser Zeilen war damals in Sachen härterer Töne noch recht grün hinter den Ohren und gierte förmlich nach Liveerlebnissen, als der Hard Rock Club Bonn anlässlich seines Geburtstages ein Konzert in der Bonner Klangstation veranstaltete. Neben den Lokalmatadoren PERSONAL WAR waren seinerzeit ANGEL DUST im Rahmen der "Enlighten The Darkness"-Tour zu Gast. Danach wurde es eher ruhig um die Band, die dann plötzlich und überraschend auf dem Andernacher Billing auftauchte. Und es sollte für ANGEL DUST eine triumphale Rückkehr werden. Bereits die Anzahl der ANGEL DUST-T-Shirts im Publikum sprach für sich. Und dass viele Besucher dann jede Zeile der Songs mitsangen, hätte wohl niemand in der Band gedacht. Sichtlich über diesen Empfang erfreut brannten die Dortmunder ein Feuerwerk aus Songs der eingangs genannten Alben ab. So standen unter anderem 'Black Rain','Nightmare', 'Border Of Reality' oder 'Cross of Hatred' als abschließende Zugabe auf der Setlist. Zwischendurch lockerte man die Stimmung mit Anekdoten rund um die Reunion und einem Auftritt in den Staaten bzw. der dazugehörigen Grenzkontrolle ein. Soundtechnisch wäre hier und da ein wenig mehr Transparenz wünschenswert gewesen, aber spätestens beim Überhit 'Bleed', gewidmet dem ehemaligen Keyboarder Steven Banx, der aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr an Bord sein kann, war auch das komplett egal. Ein absolut überragender Auftritt und eine Reunion, die absolut Sinn machte. Dass die Band dann auch noch ein neues Album ankündigte war dann nur noch der Punkt auf dem i.

 

Was soll man zu MOTORJESUS noch groß schreiben? Der Motorjupp weiß halt, wie man eine ordentliche Rock´n´Roll-Sause feiert und abreißt, schlicht und einfach eine sichere Bank. So auch diesmal. Gewohnt souverän und gekonnt zockten sich MOTORJESUS mit ordentlich Hummeln im Hintern durch ein musikalisches Potpourri aus Songs älteren Datums (z.B. 'Fist Of The Dragon', 'Motor Discipline'Return Of The Demons'') und Nummern des aktuellen Albums "Race To Resurrection", wie z. B. 'Tales From The Wrecking Ball' oder 'King Collider'. Das saß einfach. Und auch wenn der Auftritt MOTORJESUS nach dem Gig von ANGEL DUST ein wenig unspektakulär wirkte, war er dennoch ein krönender Abschluss auf einen großartigen Abend.

 

Honk

Zurück