Nervosa/ Hopelezz, Köln MTC 26.07.2018

Die Sonne brennt vom Himmel, die Festivalsaison liegt in vollen Zügen – nicht gerade die besten Voraussetzungen für einen Gig in einem Kellerraum. Trotzdem hat sich zur im Vorfeld angegeben Einlasszeit schon eine beachtliche Anzahl an Menschen vor dem Kölner MTC eingefunden und versorgt sich am danebenliegenden Büdchen mit gekühlten Getränken.

 

So ist der Laden auch gut gefüllt und hat bereits Luftverhältnisse wie im Tropenhaus des örtlichen Zoos, als HOPELEZZ aus dem bergischen Wuppertal, die an diesem Abend die Rolle des Openers inne haben, in ihren Set einsteigen. Obwohl der Sound vor allem laut, aber ansonsten weitestgehend eher schwammig und undifferenziert ist, haben HOPELEZZ mit ihrem MACHINE HEAD geprägten Sound die Menge direkt auf ihrer Seite. Bereits beim zweiten Stück "Send To Destroy" recken sich die Fäuste im Dutzend in die Luft. Der einsetzende Publikumsschwund ist dann mit Sicherheit auch eher den hohen Temperaturen, als der Band geschuldet. Denn HOPELEZZ liefern an diesem Abend das volle Brett. Bevor "Everything Beneath" den Set nach 50 Minuten beendet, gesellt sich zum obligatorischen "Davidian" noch "Roots Bloody Roots" der brasilianischen Thrashlegende SEPULTURA. Sehr cool und Punktlandung für HOPELEZZ!

 

Nach einer dreißigminütigen „Erfrischungspause“ starten dann NERVOSA mit "Horrordome" vom aktuellen Album 'Downfall Of Mankind'. Und haben HOPELEZZ die Temperaturen schon ordentlich in die Höhe getrieben, setzt das brasilianische Damentrio gnadenlos noch einen drauf und sorgen für saunaähnliche Zustände im MTC. Ultra brutal und ultra präzise schießen NERVOSA eine Granate nach der anderen ins Publikum. Von den von Sängerin/ Bassistin Fernanda Lira geschilderten technischen Schwierigkeiten ist hierbei nichts zu merken. NERVOSA , das ist an diesem Abend Spielfreude pur. Und so kocht das Publikum nicht nur witterungsbedingt. Der zu den Klängen von "Death!" entstandene Moshpit reißt jedenfalls bis zum Ende der Show nicht wirklich ab, während Frontfrau Lira die Zuschauer weiter anstachelt. Nach einer knappen Stunde Feuerwerk ist dann leider Schluss und "Intolerance Means War" und "Into Moshpit" bilden das Ende eines schweißtreibenden, aber großartigen Abends.

 

Honk

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