Nitrogods, Psychopunch, Maxxwell - Juz Andernach 26.10.2019

Während der Sommer traditionell und durchaus verständlich eher die Zeit der Open-Air-Konzerte ist, beginnt im Herbst wieder die heiße Zeit der Clubkonzerte. In der Metalmetropole Mittelrhein läuteten die NITROGODS, begleitet von MAXXWELL und PSYCHOPUNCH, auf ihrer Rebel Dayz-Tour diese Phase des Konzertjahres im ehrwürdigen Andernacher Juz ein.

 

Leider lief der Vorverkauf eher schleppend und auch an der Abendkasse hätte man sich vor der Show über etwas mehr Arbeit gefreut. So war die Halle beim Opener MAXXWELL leider eher spärlich gefüllt. Aber kein Grund für die Schweizer Band, sich von der kleinen Kulisse und den anfänglich eher verhaltenen Publikumsreaktionen in ihrem Schicksal zu ergeben: Mit großem Selbstbewusstsein, Spielfreude, super Bühnenpräsenz (inklusive Kletterausflug auf den Lautsprecherturm während des letzten Songs) und natürlich auch dem qualitativ hochwertigen und eingängigen Songmaterial erspielten sich die Eidgenossen ihr Publikum, das immer zahlreicher in der Halle erschienen. Eine gewisse Selbstironie, wie bei den phasenweise Ansprachen auf Schwytzerdütsch oder der mit einem Augenzwinkern versehene Hinweis auf die Homepage mit kehliger ch-Endung, sorgten für weitere Punkte auf der nach oben offenen Sympathieskala. MAXXWELL konnten den Abend in Andernach ganz klar als Erfolg verbuchen und sich mit ihrem Auftritt für höhere Weihen empfehlen.

 

Der nachfolgende Auftritt von PSYCHOPUNCH war dann eine eher zwiespältige Angelegenheit. Auf der einen Seite liefen recht viele Konzertbesucher bereits mit T-Shirts des Fünfers durch die Halle und geben sich so als Fans der Schweden zu erkennen. Super Voraussetzungen eigentlich. Auch an Engagement mangelte es der Band nicht, auch wenn es Punk´n´Roll typisch natürlich eine ganze Kante rotziger zur Sache ging, als bei der vorherigen Band. Aber trotz der vollkommen grundsoliden Darbietung konnten PSYCHOPUNCH an diesem Abend nicht wirklich durchzünden. So wirkten die sich permanent wiederholenden erfolglosen Versuche von Frontmann JM, das Publikum zu mehr Reaktionen zu bewegen, irgendwann ziemlich hilflos. Vielleicht passte der Sound der Band zwischen den eher melodiösen MAXXWELL und dem bluesgetränkten Rock´n´Roll des Headliners an diesem Abend einfach nicht zu weiten Teilen des Publikums.

 

Three men are enough – diese einfache Weisheit sollte sich auch in Andernach wieder bewahrheiten. Und wenn man dazu noch wie im Falle von NITROGODS die Coolness für sich gepachtet hat, konnte eigentlich nichts mehr schiefgehen. Entsprechend souverän rockte sich das Trio durch ihr Set. Besonders erfreulich, dass es die Übernummer "At Least I´m Drunk In Hell" wieder ins Programm geschafft hatte. So standen die NITROGODS mal wieder für ehrliche Handarbeit, gepaart mit unglaublich viel Gefühl, den beiden Grundzutaten für eine schweißtreibende Rock´n´Roll-Show. Und dies wurde natürlich auch von Publikumsseite mit bester Stimmung und frenetischem Applaus entsprechend honoriert. So durften die NITROGODS die Bühne nicht ohne Zugabe verlassen und brachten das Juz nach dem eigentlich abschließenden "Wasted In Berlin" mit dem finalen Zugabenblock "Ace Of Spades"/"Overkill" nochmals zum Beben.

Bei allem Spaß, den der Aufritt der NITROGODS wieder gemacht hat: Das gewohnte Drum-Solo von Schlagzeuger Klaus Sperling auf einer Bierflasche, verbunden mit den „Tiraden“ von Gitarrist Henny Wolter gegen Playbackelemente bei den Shows anderer Bands, gehören natürlich irgendwie zu einem NITROGODS-Gastspiel dazu. Aber trotzdem sollte die Band auf der nächsten Tour unbedingt neue Elemente in ihre Show integrieren, um sich nicht selber zu wiederholen.

 

Honk

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