Ra - Karsten und Roman (August 2006)

Anlässlich der Veröffentlichung der neuen RA-CD „Now To Be Right“ treffen wir uns im Partykeller von Drummer Karsten zum Probehören und gemütlichem Gespräch mit ihm und Gitarrist Roman.

Honk: Erzählt doch erst was generell über Eure Band?

Roman: Ich war 1997 mal auf ´ner Party, da war halt noch so einer mit langen Haaren. Das war der Karsten. Und da wir auf die gleiche Musik standen haben wir halt mal bei ihm im Schlafzimmer gejammt. Wir haben uns dann öfter getroffen, weil er der Schwager meiner damaligen Freundin war.

Honk: "Now To Be Right" ist jetzt eure zweite CD. Wie ist es denn mit der ersten gelaufen, wisst ihr, wie viele ihr etwa verkauft habt?

Roman: Etwa 1200. Aber interessant ist, dass wir die meisten übers Internet verkauft haben und nicht bei Konzerten oder so.

Karsten: Die gingen überall hin. Zwei gingen in die USA, Dänemark, Russland, Spanien Frankreich und eine nach Japan. Da hab ich ne Mail bekommen mit so lauter Schriftzeichen und dachte nur, was wollen die von mir.

Roman: Wir haben dann mal nachgeprüft woher das kommt. Dabei ist dann rausgekommen, dass unser Song 'You Turn Me Inside Out' bei mp3.de ca.80.00 mal gedownloaded wurde. Wir standen auf Platz 2 der mp3.de-Charts.

Karsten: Aber immer nur Platz 2. Für Platz 1 hat es nie gereicht.

Honk: Ich hab gehört, dass Ihr die Scheibe selbst am PC aufgenommen und gemixt hat.

Roman: Ja, ich hab vor Jahren angefangen, mich mit so was selbständig zu machen. Dann haben wir halt den PC was hochgerüstet.

Honk: Für so´ne Eigenproduktion ist der Sound aber erstaunlich fett.

Karsten: Genau das wollte ich hören. Wir haben die Scheibe fast live aufgenommen bei uns im Proberaum. Einfach gradlinig los. 

Roman: Also nicht alles zusammen hintereinander, aber doch ziemlich zeitnah. Aber den Sound findest du okay?

Honk: Naja, ist mir ein bisschen zu viel Bass.

Roman: Das ist halt so, dass jeder andere Boxen hat. Der eine hat etwas höhere, ich hab ziemlich neutrale. Dann hast du eben beim Mixen das Problem, verlässt du dich auf den Monitor oder auf die Ohren. Aber das kann man ja zu Hause mit dem Equalizer noch richten.

Honk: Ihr habt jetzt seit letztem Jahr mit Lippi einen neuen Sänger. Hat er auch die Songs für die CD geschrieben?

Roman: Das war so: Wir haben da letztes Jahr das Konzert auf dem Motorradtreffen gehabt und kurz vorher steigt unser Sänger aus. Da hat der Karsten, der hatte da so ´ne Krawatte, alle möglichen Leute angerufen, um ´nen anderen Sänger zu organisieren. Und der Lippi meinte nur, gibt mir die Texte ich sing das. Dann hat der Andy von Riccochet noch was übernommen und wir haben ein paar Songs gesungen und dann hat das geklappt. Und danach kommt der Lippi an und meint: Ey, das fand ich so geil, ich komm nächste Woche zum Proben. Und die Woche drauf kommt er und bringt den Text von 'Now To Be Right' mit. Ja, und wir hatten grad die dazu passende Musik. Und dann kam der halt immer wieder mit neuen Sachen.

Karsten: Der muss ja auch was zu tun haben. Wobei, erstaunlicherweise, der Andy meinte nach dem Konzert auch, dass er das total geil fand und mal zu Probe kommen will.

Honk: Ihr habt jetzt auch erstmalig Keyboards auf der CD. Was war der Grund dafür, Keyboards in den Sound einzubauen?

Roman: Wir wollten eigentlich schon immer Keyboards dabeihaben, beziehungsweise ´ne andere Klangfarbe da rein bringen. Die Metalszene in Deutschland ist ´ne eigen Szene. Der deutsche Heavy Metal der klingt, der hat ´nen eigenen Klang und den finden wir schweinegeil, oder find ich schweinegeil. Aber so wie der deutsche Metal wollt ich eigentlich nie klingen. Ich bin halt nun mal der amerikanische Bon Jovi-Fan.

Honk: Also, so Beine-Spreiz-Musik.

Karsten und Roman: Richtig! Beine-Spreiz-Musik!

Roman: Ne, mal Spaß beiseite. Die deutsche Metalszene hat ihren eigenen Sound. Und allein dadurch, dass ich halt das melodische Instrument über die Jahre geprägt habe und mein Ziel ist eben der amerikanische Metal. Ich bin aber auch vielseitig, deswegen ist die Musik bei uns auch vielseitig, Genauso was der Karsten da rein bringt mit den Drums, das gibt eben ´ne neue Komponente, was absolut untypisch für deutschen Metal ist. Somit gehen wir eher in die amerikanische Schiene.

Honk: Nächstes Jahr habt ihr 10jähriges. Ist da schon was in Planung, um das groß zu feiern?

Roman: Da planen wir was, da machen wir richtig einen auf dicke Hose.

Karsten: Auf jeden Fall. Bei 10 Jahren und soviel Hoch und Tiefs, die da passiert ist, da muss auch mal richtig gefeiert werden.

Roman: Da werden wir sämtliche Bands einladen, die mal halt so kennt, kleiner, größere. Aber was genau, da können wir noch nix zu sagen. Aber es wird was Dickes sein.

Karsten: Vielleicht hat sich bis dahin auch die CD weiter verbreitet und sich rentiert, ´n bisschen Zuspruch bekommen, was sich ja auch sehr hoffe. Vielleicht ist ja bis dahin auch die nächste draußen, was ich ja schwer hoffe, dass das dann keine 7 Jahre mehr dauert.

Honk: Habt ihr denn für die nächste Scheibe noch Material auf Halde?

Roman: Sechs Songs sind schon geschrieben vom Text her und von der Musik auch schon fast fertig, zwar noch nicht mit der Band gespielt, aber sechs Songs sind schon in petto. 

Karsten: Die sind schon angespielt, ist auch wieder was schnelleres dabei.

Roman: Vor allen Dingen was total verdrehtes.

Karsten: Du kennst das ja bestimmt, diesen Einfluss, dieses wir gehören zusammen, das funktioniert einfach, das funkt einfach. Dann weiß ich, was er spielt, hier kommt der Stop und hier kommt dies. Und dann war da auf einmal so ein ups, was war das jetzt.

Roman: Das ist das Schöne bei uns schon immer gewesen. Wie wir die erste Session bei ihm im Schlafzimmer gemacht haben, was hat wie die Faust auf´s Auge gepasst, das war genial, da mussten wir was draus machen. Wo waren wir steh´n geblieben? Bei der neuen CD. Die wird noch abgedrehter. 

Karsten: Die aktuelle CD ist ja schon anders als die davor. Dazwischen liegen 7 Jahre, das ist ´ne lange Zeit, da ist ´ne Menge passiert. Aber allein schon wie der Lippi das singt, er hat nicht die ganz hohe Stimme, das hat sich jetzt halt komplett geändert. Man hört zwar am Stil, dass es trotzdem RA ist. Es klingt jetzt moderner würden wir sagen. Früher wär da nie ´n Raggae drauf gewesen oder dieses Gerappte. Nie, da wären wir lieber 1000 Tode gestorben. Nicht negativ, aber es hätte eben einfach nicht gepasst. 

Roman: 'Now To Be Right' zum Beispiel. 'Now To Be Right' ist absolut neumodisch, aber trotzdem noch vom Stil her 80er/ Anfang 90er Jahre. 

Karsten: Das ist halt auch das, was wir hören. Es muss einfach knallen und, was sie noch geschrieben haben über uns: Die Band mit Ohrwurmcharakter. Das musst du hören und es muss schon weh tun, um es wieder aus den Ohren rauszukriegen. Du musst nicht nachdenken. Ich hasse es, wenn einer über Musik nachdenken muss. Musik ist für mich Bauchsache. Du musst es fühlen.

Roman: Keine Musik für Musiker. Das ist Musik für uns und besonders für die Leute, die es mögen, die einfach nur Party wollen.

Honk

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