Ra - Now To Be Right

RA – Now To Be Right (2006)

 

Sieben lange Jahre nach dem ersten diskographischen Lebenszeichen der nach dem ägyptischen Sonnenkönig benannten Band RA ist man mit geändertem Line-Up wieder da. „Now To Be Right“ – jetzt erst recht -, so der Titel der, ebenfalls wie der Vorgänger, der sich via Internet beachtliche 1200 verkaufte, im Alleingang produzierten CD, die wieder melodischen massen-, und somit partytauglichen Hardrock bietet. Die Songs sind allesamt einprägsam und setzten sich schon nach dem ersten Hören im Kopf fest. Trotzdem liefert man aber keine 08/15-Scheibe ab, sondern zeigt eine große Bandbreite an Stylen und Stimmungen.
So geht man auch keineswegs cheesy, wie manch einer bei melodischen Hardrock denken könnte, zur Sache, sondern hat ordentlich Druck unterm Hintern. Songs wie 'Don´t Cross The Line' oder der Titeltrack 'Now To Be Right' zeigen dies ganz deutlich. Ebenfalls stechen die Ballade „Take Your Wings“, deren Beginn ich ein wenig zu schnulzig finde, aber im Laufe des Liedes immer mehr an Substanz gewinnt und die Motorradhymne „Twin Doc Style“, die dem gleichnamigen Niederkasseler Motorradclub gewidmet ist, dessen Treffen man schon des öfteren bereichert hat und die einen mental direkt auf einer Harley durch den Wind fahren lässt, heraus. Eine weitere Besonderheit ist der letzte reguläre Song der Platte (als Bonus gibt´s noch 'Bang Bang' in einer von Drummer Karsten gesungenen Version), bei 'Don´t Bother Me' sorgt man durch Raggae-Einlagen zuerst für kultiges Jamaikaflair, bevor Sänger Andreas von Lipinski im Mittelteil den Gangsterrapper raushängen lässt. Ein, für den Hardrockbereich, doch eher ungewöhnlicherer Sound. Hiermit zeigt sich aber das, was die Jungs von sich schon länger behaupten: Man lässt sich in keine Schublade stecken und macht genau das, worauf man gerade Bock hat.
Und das Ergebnis dieser Einstellung stimmt! Die Gitarrenläufe sind von Feinsten, das Schlagzeug druckvoll und der Gesang zwar absolut poserhaft, aber geil. Die Keyboardpassagen, die teilweise im Hintergrund zu hören sind, sorgen für einen atmosphärischen Klangteppich, der den Songs gut zu Gesicht steht. Damit kann die Party starten.

Honk

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