Tankard/ Fabulous Desaster/ Crusher, Andernach Juz 03.11.2018

Let there be Thrash! So könnte eine passende Überschrift zum Konzert lauten, zu dem das Team von A Chance For Metal wieder einmal ins heimelige Andernacher Juz geladen hatte. Als Headliner des Abends stand die Frankfurter Institution TANKARD auf ihrer "One Foot In The Grave"-Tour auf dem Programm, zwei ebenfalls im Thrashmetal angesiedelte Vorbands rundeten das Billing ab.

 

Und trotz diverser ähnlicher Veranstaltungen – erwähnt seien an dieser Stelle das Metal Ship in Koblenz und die traditionelle Schlacht im saarländischen Otzenhausen – fanden sich knappe 270 Zuschauer zu diesem Spektakel ein.

 

So war das Auditorium bereits beim Opener CRUSHER gut gefüllt. Und obwohl die Mainzer bereits seit anderthalb Dekaden aktiv sind (auch wenn sie mit "Redemption" in dieser Zeit nur ein Album veröffentlicht haben), waren sie den meisten Zuschauern in Andernach offensichtlich bis dato eher unbekannt. Das sollte sich aber schleunigst ändern: Denn CRUSHER heizten mit stark teutonisch geprägtem Thrash direkt mächtig ein. Ordentlich drückender Gitarrensound und kraftvoller Gesang des sympathischen Frontmannes Robin sorgten von Beginn an für ausgesprochen positive Publikumsreaktionen. Sichtlich erfreut über den Zuspruch und die Stimmung in der Halle zockten CRUSHER mit 'Don´t Care' noch eine Zugabe, bevor sie die Bühne verließen. Keine Frage, an diesem Abend sollte die Band mit einem bockstarken Auftritt einige neue Fans gewonnen haben.

 

Musikalisch über den großen Teich führten anschließend die Bonner FABULOUS DESASTER, schließlich ist ihre Version des Genres Thrashmetal deutlich amerikanischer geprägt. Für den Vierer war es ein ganz besonderer Gig: Nach viel und langer Arbeit konnte in Andernach die Veröffentlichung des zweiten Longplayers "Off With Their Heads" gefeiert werden. Und so standen natürlich auch einige Songs dieses Albums auf der Setlist des Abends. Dem Ruf, live keine Gefangenen zu machen, wurden FABULOUS DESASTER auch in Andernach wieder gerecht. Bestens aufeinander eingespielt  wurden Riffs in atemberaubendem Tempo durch die Halle gejagt, aus dem Hintergrund kam präzises und kraftvolles Schlagzeugspiel und Sänger Jan knarzte und keifte seine Lyrics mit verkniffenem Gesichtsausdruck, dass es eine wahre Wonne war.  Die Reaktion des Publikums war eindeutig: Nicht nur die zahlreichen primär für FABULOUS DESASTER angereisten Fans sorgen dafür, dass das Andernacher Juz vom ersten Ton an förmlich explodierte. Mit diesem kurzweiligen Gig hatten die Bonner die Messlatte für den Headliner auf jeden Fall verdammt hoch vorgelegt.

 

Mit dem Titeltrack des aktuellen Albums "One Foot In The Grave" stürmten TANKARD auf die Bühne. Und die immer etwas im Hintergrund stehende Nummer 4 der Big Teutonic 4 zockte sich gewohnt souverän durch ihr Set. Neben dem eingangs erwähnten Titeltrack und 'Pay To Pray' von der aktuellen CD sorgten insbesondere die vielen obligatorischen Klassiker der 36-jährigen Bandgeschichte, gleich ob es neuere Stücke wie 'Die With A Beer In Your Hand' oder 'The Beaty And The Beast' oder eher Titel älteren Datums wie 'The Morning After', 'Zombie Attack' oder 'Chemical Invasion'  für Feierlaune vor der Bühne. Obligatorisch auch die traditionellen Frank-Thorwarth-Rufe zu Ehren des Bassisten, neben Sänger Gerre einzig verbliebenes Originalmitglied der Band. Traditionell beendete 'Freibier' den ersten Teil des Konzertes, dem sich aber ohne längere Unterbrechung der Zugabenblock aus 'Alien', 'A Girl Called Ceveza' und 'Empty Tankard' anschloss. So gab es erwartungsgemäß wenig Neues oder Spektakuläres bei TANKARD, dafür aber perfekt dargebotene Unterhaltung und beste Stimmung.

 

Mit drei großartigen Auftritten wurde erneut gezeigt, wie vielfältig und spannend ein einziges Subgenre im Bereich Metal sein kann. Bleibt abschließend nur noch ein großes „Danke“ an Jan und Suse Müller und das Team von A Chance For Metal für die Organisation des Abends.

 

Redaktioneller Hinweis: Der Herbst und Winter bleiben heiß in Andernach: 17.11.18 – Motorjesus, Angel Dust, Blizzen, Dawn Ahead; 27.12.18 – Die Apokalyptischen Reiter, Deserted Fear, Cypecore; 29.12.18 – Steelpreacher, Dragonsfire, Secutor (DVD-Aufzeichnung!!!); 12.01.19 Grave Digger, Burning Witches

 

Honk

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