THE NEW ROSES, HEAVY TIGER, Bonn, Harmonie, 17.03.2018

Heute geht es in die nahe gelegene Harmonie, eine nette Gaststätte mit angeschlossenem Saal, der gerne vom WDR für die Rockpalast Aufzeichnungen genutzt wird. Auch das derzeit stattfindende Crossroads Festival ist eine WDR Produktion, daher fahren wir schon zeitig los um noch einen Parkplatz zu ergattern. Der Parkraum ist hier sowieso schon sehr spärlich, und bei solchen Veranstaltungen zusätzlich durch den Fuhrpark des Senders belegt. Aber mal wieder Glück gehabt, gerade noch den letzten Platz ergattert und schon sind wir in der Location. Das übliche „Hallo“ bei den anwesenden bekannten Gesichtern, und Freunden aus den Niederlanden von The Dirty Denims lässt die Wartezeit bis zum Einlass schnell verstreichen.

Pünktlich um 19:30 betritt das schwedische Hard-Rock-Trio Heavy Tiger aus Stockholm die Bühne. Die 2010 gegründete Band um Sängerin und Gitarristin Maja Linn Samuelsson, Bassistin Sara Frendin und die Schlagzeugerin Astrid Carsbring nennen Bands wie Thin Lizzy, AC/DC, die Rolling Stones und The Who als musikalische Einflüsse. Aber auch die Backyard Babies, Hellacopters, New York Dolls, Suzie Quadro und Joan Jett gehören garantiert dazu. Ein toller Blickfang sind auch ihre glitzernden Bühnenoutfits, die ja schon einen legendären Ruf haben. Und so knallen uns die drei Gören sofort ihren Rotzrock um die Ohren. Mir gefällt das, auch wenn im Publikum nicht unbedingt nur positive Stimme zu hören sind. Es liegt wohl an dem doch recht hohem Altersdurchschnitt in dieser Veranstaltungshalle, scheinbar sind nicht alle hier anwesenden Senioren so aufgeschlossen, einer jungen Band auch mal nachzusehen, dass man eben noch keine 5 Jahrzehnte Bühnenerfahrung hat. Dafür machen die Mädels aber sehr gut Alarm, die eigenen Stücke rocken frisch und klingen trotz aller oben genannten Einflüsse nicht altbacken oder nur Retro. Ein paar eingestreute Coverversionen von The Ark oder auch Led Zeppelin lockern das Set zusätzlich auf. Schließlich soll so ein Auftritt ja auch Spaß machen, und nicht nur lediglich reine Routine sein. An Spielfreude mangelt es den Ladies definitiv nicht, und so geht der kurzweiliege Auftritt eigentlich auch viel zu schnell vorbei.

Setlist: Saigon Kiss, Feline Feeling, Superstar (The Ark cover), I Go for the Cheap Ones, Chinatown, Heavy Tiger (The Flaming Sideburns cover), Shake Me, Little Sister, No Tears in Tokyo, Living Loving Maid (She's Just a Woman) (Led Zeppelin cover), Tallahassee Lassie (Freddy Cannon cover), Keeper of the Flame, Jemma, The Only Way is up, Highway Knees, Girls Got Balls, Tonight

Wenn das Fernsehen mitschneidet, ist alles im Zeitplan, und so entern auch The New Roses genau im Zeitfenster die Bühne. Den Hype um die Band aus dem hessischen Rheingau, haben sie wohl der Kultserie „Sons Of Anarchy“ zu verdanken. Auf dem Soundtrack zur Serie und ebenso in dem deutschen Trailer dazu, sind sie mit dem Stück „Without A Trace“ vertreten, als Einzige nicht amerikanische Rock Band. Jetzt ist die Stimmung natürlich direkt auf dem Siedepunkt, und das anwesende Publikum feiert die Truppe euphorisch. Nun ist Musik ja zum Glück immer eine Frage des persönlichen Geschmacks. Ich sehe sie mehr so als eine Art Coverband an, die gar keine Coverband ist. Trotzdem kommt mir bei jedem Song eine frappierende Ähnlichkeit, zu bereits bestehenden Originalen ins Bewusstsein. Mal klingt es ein wenig nach Aerosmith, dann wieder wie Bon Jovi oder Kid Rock, und manchmal auch nach den Black Crowes. Wahrscheinlich auch ein Baustein des immensen Erfolges den die Truppe derzeit hat. Selbstredend liefern sie auch heute wieder eine beindruckende Live Performance ab, die musikalischen Qualitäten sind ohne Frage tadellos. Sänger Timmy Rough unternimmt ein ums andere Mal Ausflüge ins Publikum, und die Kameraleute haben eine Menge zu tun, um das alles in Bild und Ton einzufangen. Eine wahrlich schweißtreibende Angelegenheit, die nach großen Mengen isotonischer Getränke verlangt. Und so liegen sich die Fans auch selig in den Armen und applaudieren ihren Helden. So soll es ja nun auch sein, und trotz der steigenden Berühmtheit mischen sich die neuen Rosen nach der Show direkt unter die Zuschauer.

Setlist: Every Wildheart, Forever Never Comes, Dancing On A Razorblade, 2nd 1st Time, For A While, It's A Long Way, Whiskey Nightmare, Life Ain't Easy (For A Boy With Long Hair), Gimme Your Love, She's Gone, What If It Was You, Devil's Toys, One More for the Road, Thirsty, Without A Trace, Old Time Rock & Roll (Bob Seger Cover)

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