Wolfen - Chapter IV

Wolfen - Chapter IV (2012)

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Lange Zeit war es ruhig um die Kölner Formation WOLFEN. Nach mehreren Besetzungswechseln, in Folge derer das Quintett inzwischen zu einem Quartett geschrumpft ist,  legt die Band nach sechs Jahren ihr passenderweise "Chapter IV" getauftes viertes Studiowerk vor.

Musikalisch bewegt man sich wieder weitgehend im Bereich des Power Metals, wobei WOLFEN das Wort Power großschreiben. Hier dominieren ganz klar die Riffs des Gitarrenduos Frank Noras/ Björn Grüne, die weichgespülten Kirmesmelodien vieler powermetallischer Kollegen sucht man vergebens. Gerne öffnet man dabei auch die Türe in Richtung Thrash ('Nefilim'). Trotzdem haben WOLFEN natürlich auch ein Händchen für packende Melodien, wie sie zum Beispiel im Opener 'Revolution/ Evolution', dem folgenden 'D.F.A.I.T', dem hymnenhaften 'Unbroken' und der Rausschmeißer 'Demons' eindrucksvoll beweisen. Hierfür zeigt sich auch die klare und druckvolle Produktion verantwortlich, bei der die oft zweistimmige Gitarrenarbeit schön zur Geltung kommt.

Das man musikalisch aber auch tief im klassischen 80er Jahre Rock und Metal verwurzelt ist, zeigen WOLFEN mit dem klasse Rocker 'I Am I' oder der Polithymne 'Birmingham 6', die von Sänger Andreas von Lipinski im Duett mit Verena-Alexandra Große-Kathöfer vorgetragen wird.  Abzüge gibt es eigentlich nur für die beiden ruhigeren Songs 'Hole In The Sky' und 'Dolor Mundis', die irgendwie gar nicht zünden und bei denen Sänger Andreas auch stimmlich nicht wirklich immer überzeugen kann. Ansonsten macht der Mann mit seinem kraftvollen Organ bei den verschiedenen Gesangstilen, vom clean bin growling, aber durchweg einen sehr guten Job.

Mit "Chapter IV" beweisen WOLFEN, dass auch anno 2012 noch mit ihnen zu rechnen ist. Musikalisch sehr vielseitig schafft man es trotz der beiden oben genannten Abstriche, eine mitreißende und spannende Platte Edelstahl zu kreieren, die sich auch vor den Outputs der etablierten Bands nicht verstecken muss. Bleibt zu hoffen, dass ins WOLFEN-Bandlager in der nächsten Zeit etwas mehr Konstanz einkehrt, damit die Band endlich den lokalen Untergrund hinter sich lassen kann. Verdient hätte sie es.

Honk

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