Wolfen - Don´t Trust The White

WOLFEN – DON´T TRUST THE WHITE (2000)

Bei “Don´t Trust The White” handelt es sich um das Debütalbum der fünfköpfigen Powermetalband aus Köln. Aber wer jetzt beim Stichwort Powermetal mit Grauen an lustvolles Kastratengekreische denkt: no panic. Wolfen setzten eher auf die Power der US-Schule. Und so findet der geneigte Zuhörer Anleihen einer ganzen Menge Bands: Die thrashigen Parts (z.B. der Opener „Beyond The Surface“) erinnern an Testament, die Gitarrenriffs an Iced Earth, wobei dieser Eindruck durch die Stimme Sänger Andreas von Lipinski, der doch eine gewisse stimmliche Nähe zu Ex-Iced Earth-Sänger Matt Barlow aufweist, noch untermauert wird. Teilweise kommt bei den Gitarrenharmonien auch eine ganze Menge Iron Maiden heraus und auch vor modernen Einflüssen (Pantera bei „Sound Crucifiction“) schrecken Wolfen nicht zurück. Trotzdem hat man hier nicht die Trademarks irgendwelcher Bands einfach aneinander gehängt, sondern sie zu einer frischen und eigenständigen Mischung verarbeitet. Ein ganz besonderes Schmankerl ist der Song „Wolfen“, der plötzlich völlig unerwartet mit richtig geilen Backgroundchören im Refrain daherkommt und so zu einem richtigen Ohrwurm wird.
Gehalten ist die ganze CD in einem rohen, mir etwas zu rohen, ungeschliffenen und aggressiven Sound. 
Auch die Texte, die viele gesellschaftliche Probleme wie Umweltschutz, Kriege und den Überwachungsstaat thematisieren, sind es wert gelesen zu werden.
Insgesamt eine gute Scheibe, die amtlichen Powermetal bietet und ihren genuinen Zweck voll und ganz erfüllt: Sie geht nicht nur ins Blut, sondern auch in die Beine und den Nacken. Und wenn die Platte nicht direkt zündet, gebt ihr ne zweite Chance. Bei mir war´s auch so und glaubt mir, ihr werdet nicht enttäuscht.

Honk

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